Deutsche Journalistin

20. August 2018 09:22; Akt: 20.08.2018 09:25 Print

Tolu darf Türkei nach über einem Jahr verlassen

Aufatmen bei Mesale Tolu: Ein Gericht in Istanbul hat die Ausreisesperre aufgehoben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu darf aus der Türkei ausreisen. Das im Dezember von einem Istanbuler Gericht verhängte Ausreiseverbot sei aufgehoben worden, sagte Baki Selcuk, Sprecher des Solidaritätskreises «Freiheit für Mesale Tolu», am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Unterstützer der in der Türkei angeklagten Tolu hätten am Freitag von der Entscheidung des Istanbuler Gerichts erfahren. Die Ausreise Tolus nach Deutschland ist demnach für Sonntag geplant.

Zusammen mit Tolu dürfe ihr Sohn die Türkei verlassen. Das Ausreiseverbot für ihren Ehemann Suat Corlu, dessen Verfahren mit dem Prozess von Tolu zusammengelegt wurde, bleibt demnach jedoch bestehen.

Sohn in Zelle

Die aus Neu-Ulm stammende Tolu war Ende April 2017 in ihrer Istanbuler Wohnung unter dem Verdacht festgenommen worden, zur linksradikalen Partei MLKP zu gehören, die in der Türkei als Terrororganisation verboten ist. Tolu arbeitete in Istanbul für die linke Nachrichtenagentur ETHA. Auch ihr Ehemann Corlu saß über Monate in Haft, ihr kleiner Sohn Serkan verbrachte mehrere Monate mit seiner Mutter in der Zelle.

Ein Gericht entschied am 18. Dezember, Tolu aus der Untersuchungshaft zu entlassen, doch wurde gegen sie anders als im Fall des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner und des «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel ein Ausreiseverbot verhängt. Zuletzt bestätigte ein Instanbuler Gericht das Ausreiseverbot gegen Tolu am 26. April.

Steudtner war im Oktober aus der U-Haft entlassen worden und konnte daraufhin ausreisen. Yücel kam im Februar nach einem Jahr in Haft frei und kehrte nach Deutschland zurück.

(L'essentiel/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.