Diplomatische Spannungen
25. November 2018 16:18; Akt: 25.11.2018 16:42 Print
Trump äußert sich zu Protesten der «Gilets Jaunes»
Der US-Präsident nutzt die Krawalle in Frankreich für eine neuerliche Breitseite gegen die EU und Emmanuel Macron.

Giftpfeile über den Atlantik: Emmanuel Macron und Donald Trump. (Bild: AFP/Ludovic Marin)
Donald Trump mischt sich in die Debatte um die Proteste der «Gilets Jaunes» in Frankreich ein. In einem etwas diffusen Tweet erklärt der US-Präsident: «Die weitreichenden und gewalttätigen Proteste in Frankreich lassen außer Acht, wie schlecht die USA beim Handel von der Europäischen Union und bei ausgewogenen und nachvollziehbaren Zahlungen für unseren RIESIGEN militärischen Schutz behandelt wurden. Beide Themen müssen bald behandelt werden.»
Bei einigen Twitter-Nutzern wurde Trumps Kommentar als indirekte Kritik am französischen Präsidenten Emmanuel Macron verstanden. Macron hatte zuletzt mehrfach den Zorn des US-Präsidenten auf sich gezogen. Europa solle erst einmal «seinen gerechten Anteil an der Nato» bezahlen, hatte Trump Mitte November kritisiert. Der Amerikaner verwies auch auf die schlechten Zustimmungswerte von Macron. Frankreichs Staatsoberhaupt hatte zuvor erklärt, dass sich Europa unabhängiger von den USA machen und eine eigene Armee gründen müsse.
Is this a jab at Macron? An announcement that he’ll restart the trade fight with the EU? Or just unspecific venting? https://t.co/qO13vS42Fh
— Mathieu von Rohr (@mathieuvonrohr) 25. November 2018
The large and violent French protests don’t take into account how badly the United States has been treated on Trade by the European Union or on fair and reasonable payments for our GREAT military protection. Both of these topics must be remedied soon.
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 25 novembre 2018
Champs-Élysées verwüstet
Am Samstag war es zu schweren Ausschreitungen bei Protesten der französischen «Gelbwesten» gekommen: Vermummte zerstörten Stadtmöbel, warfen teilweise Pflastersteine auf die Sicherheitskräfte und errichteten Barrikaden. In gelbe Warnwesten gekleidete Franzosen protestieren seit gut einer Woche gegen hohe Spritpreise und Macrons Reformpolitik.
Zwölf Stunden dauerten die Auseinandersetzungen in Paris, bei denen die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfer auf die Krawalle reagierte. Von den vorweihnachtlichen Champs-Élysées war anschließend nicht mehr viel zu sehen, die berühmte Straße bot ein Bild der Verwüstung.
22H32 - L’état des #ChampsElysees après la bataille... Impressionnant ! pic.twitter.com/dVaC4LobeO
— Remy Buisine (@RemyBuisine) 24. November 2018
Man habe den Eindruck, hier habe ein Krieg stattgefunden, meinte die Bürgermeisterin des achten Pariser Stadtbezirks, Jeanne d'Hauteserre, zu dem die Champs-Élysées gehört. In den 30 Jahren, die sie in diesem Viertel wohne, habe sie so etwas noch nie gesehen, sagte die Politikerin dem Radiosender Franceinfo am Sonntag.
Landesweit beteiligten sich am Samstag nach offiziellen Angaben 106.000 Menschen an den Protesten. Laut Innenminister Christophe Castaner sammelten sich in Paris rund 8000 Personen, darunter auch Mitglieder rechts- und linksextremer Gruppen. Auf den Champs-Élysées demonstrierten diesen Angaben zufolge bis zu 5000 Menschen. Wie viel Verletzte es dort bei den Auseinandersetzungen gab, wurde nicht bekannt. Insgesamt sollen bei den Protesten 24 Menschen verletzt worden sein, darunter 5 Polizisten. In anderen Vierteln der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes verliefen die Proteste weitgehend ohne Zwischenfälle.
Macron spricht von «Schande»
Präsident Macron reagierte mit Empörung auf die Ausschreitungen. «Schande über jene, die die Sicherheitskräfte angegriffen haben, Schande über jene, die anderen Staatsbürgern und Journalisten gegenüber gewaltsam geworden sind», schrieb er auf Twitter. Für diese Gewalttätigkeiten gebe es in der Republik keinen Platz.
Mit der Aktion in Paris wollten die «Gelbwesten» ihre Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit unterstreichen. Viele von ihnen befürchten nun, dass die Bilder brennender Straßenbarrikaden und vermummter Demonstranten mit gelber Weste ihrer Bewegung schaden.
(L'essentiel/dpa)
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