Nach einem Jahr Haft

16. Februar 2018 11:29; Akt: 16.02.2018 14:12 Print

Türkei lässt «Welt»-​​Journalist Deniz Yücel frei

Nach mehr als einem Jahr in Haft hat der «Welt»-Korrespondent Deniz Yücel nach Angaben seiner Zeitung das Gefängnis in der Türkei verlassen.

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Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ist frei. (Bild: DPA)

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Yücel sei frei, schrieb die «Welt» am Freitag bei Twitter. Yücels Anwalt Veysel Ok twitterte ein Bild des Journalisten, auf dem er seine Ehefrau Dilek Mayatürk Yücel umarmt.

Die Türkei hat den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel frei gelassen. Sein Arbeitgeber, die Zeitung Welt, meldete bereits am Freitag Vormittag auf ihrer Website dass der Beschluss getroffen wurde. Sein Anwalt Veysel Ok teilte auf Twitter mit: «Und endlich gibt es für meinen Mandanten Deniz Yücel einen Entlassungsbefehl.»

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat laut Medienberichten 18 Jahre Haft für Yücel gefordert. Ein Gericht habe am Freitag die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft angenommen und die Freilassung Yücels angeordnet, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Der Fall war zuletzt der größte Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei. Yücel saß ein Jahr ohne Anklage in der Türkei im Gefängnis. Anschließend wurde gegen ihn wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft verhängt. Zuletzt war aber Bewegung in den Fall gekommen.

«Besondere Dringlichkeit»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim gesagt, sie habe Yildirim darauf hingewiesen, «dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat».

Vor seinem Deutschland-Besuch hatte Yildirim der ARD gesagt, er hoffe auf eine baldige Freilassung Yücels. Außenminister Sigmar Gabriel sagte Mitte der Woche bei einem Besuch in Belgrad: «Ich bin relativ optimistisch, dass wir doch jetzt bald zu einer Gerichtsentscheidung kommen.» Der SPD-Politiker fügte an: «Und ich hoffe natürlich, dass die positiv für Deniz Yücel ausgeht.»

Im Oktober hatte ein türkisches Gericht die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner verfügt und keine Ausreisesperre verhängt. Er konnte nach Deutschland zurückkehren, obwohl der Prozess gegen ihn weiterläuft. Steudtners Freilassung – und auch die der Übersetzerin Mesale Tolu – hat zu einer leichten Entspannung des deutsch-türkischen Verhältnisses geführt.

(L'essentiel/dpa)

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