Über der Ägäis

02. April 2020 07:08; Akt: 02.04.2020 07:24 Print

Türkische Luftwaffe verfolgte Frontex-​​Flugzeug

Die Aufklärungsmission im Mittelmeer zwischen der Türkei und Griechenland läuft auch trotz Corona-Krise weiter. Im März kam es zu einer Begegnung im Luftraum.

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28.02.2020, Griechenland, Lesbos: Ein Boot mit 15 afghanischen Flüchtlingen, fünf Kindern, drei Frauen und sieben Männern, kommt auf der griechischen Insel Lesbos an, vor dem Patrouillenboot der britischen Grenztruppen HMC Valiant, die Teil der Frontex Mission ist. Ein Sprecher der türkkischen Regierungspartei AKP drohte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge kaum verhohlen damit, den Flüchtlingen im Land die Grenzen zu öffnen. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Bild: Angelos Tzortzinis)

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Die türkische Luftwaffe hat nach Angaben der deutschen Regierung im März über der griechischen Ägäis ein Flugzeug verfolgt, das für die EU-Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz war. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Die Linke) hervorgeht, die der dpa vorliegt, folgten zwei türkische Flugzeuge «über mehrere Minuten» dem Aufklärungsflugzeug der dänischen Luftwaffe.

Die Aufklärungsflüge über dem Seegebiet sind Teil des Frontex-Soforteinsatzes «Aegean 2020», an dem die Grenzschutzagentur trotz der Corona-Pandemie festhält. Andernorts wurden Einsatzkräfte dagegen reduziert oder ganz abgezogen.

Einsätze an der Außengrenze

Ein Sprecher des deutschen Innenministeriums teilte mit, die deutsche Unterstützung der Frontex-Einsätze in Italien, Spanien, Bulgarien und Albanien sei zunächst ausgesetzt worden. Der Fokus von Frontex liege aktuell auf Griechenland, wo Deutschland derzeit mit 82 Polizisten von Bund und Ländern sowie Beamten der Zollverwaltung das größte Kontingent stelle.

«Die türkisch-griechische Land- und Seegrenze ist mittlerweile extrem militarisiert», sagte Hunko. Die griechische Regierung lasse «zur Abschreckung» Tausende von Flüchtlingen in Lagern auf den Ägäis-Inseln unter schlimmsten Bedingungen hausen. Die Türkei benutze Geflüchtete, um Druck auf die EU auszuüben, «hinsichtlich ihrer Besatzung in Syrien und Waffenlieferungen nach Libyen».

Die Türkei hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur Europäischen Union sei offen. Daraufhin machten sich Tausende auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren. Am Grenzfluss Evros wurde von beiden Seiten Tränengas eingesetzt. Frontex forderte zusätzliche Kräfte an.

(L'essentiel/dpa)

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