Fünf Verletzte, 68 Festnahmen

07. Dezember 2021 07:19; Akt: 07.12.2021 07:19 Print

Wahlkampfauftakt gerät völlig aus dem Ruder

Der Wahlkampfauftakt des französischen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem von mehreren gewaltsamen Zwischenfällen überschatteten Wahlkampfauftakt des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour in Frankreich hat die Staatsanwaltschaft in zwei Fällen Ermittlungen aufgenommen. Dabei geht es um Gewaltakte von Zemmours Anhängern gegen Mitglieder einer Anti-Rassismus-Organisation und einen Angriff auf Zemmour selbst, wie die Behörde am Montag mitteilte. Auch Journalisten wurden bei der Veranstaltung am Sonntag angegriffen.

Auf Videos war zu sehen, wie eine Protestaktion der Organisation SOS Racisme in eine Schlägerei mündete. Mehrere Demonstranten waren während der Rede Zemmours aufgestanden und hatten mit Buchstaben auf ihren T-Shirts den Slogan «Nein zu Rassismus» gebildet. Daraufhin wurden sie von Anhängern Zemmours angegriffen und unter anderem mit Stühlen beworfen. Nach Angaben der Organisation wurden dabei fünf Aktivisten verletzt, zwei mussten von Sanitätern versorgt werden.

Zemmour neun Tage krankgeschrieben

Zemmour selbst war von einem Mann am Handgelenk verletzt worden, als er zur Bühne ging. Der Mann hatte sich auf ihn gestürzt, wurde dann von Sicherheitsleuten festgehalten und kam in Polizeigewahrsam. Wegen des Verdachts auf «Gewalt mit Vorsatz» werde er weiter in Gewahrsam bleiben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach Angaben von Zemmours Mitarbeitern wurde der Präsidentschaftskandidat für neun Tage krankgeschrieben. Dies hinderte ihn allerdings nicht, seine Teilnahme an einer TV-Debatte am Dienstag bekanntzugeben.

Auch Journalisten wurden während des Treffens angegriffen, darunter ein Team der Satire-Sendung Quotidien und zwei Journalisten der Nachrichtenseite Mediapart. Letztere wurden nach eigenen Angaben auf den Hinterkopf geschlagen und reichten am Montag Klage ein, wie aus einem Dokument hervorgeht, das AFP vorlag.

Insgesamt wurden wegen der Ausschreitungen bei der Veranstaltung am Sonntag 68 Menschen von der Polizei festgenommen worden. Am Montagabend waren nur noch sechs davon in Polizeigewahrsam.

Bereits zweimal verurteilt

Zemmour hatte sich am Sonntag in einem Messezentrum im Pariser Vorort Villepinte von mehreren Tausend Anhängern feiern lassen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seitdem er per Videobotschaft seine Präsidentschaftskandidatur erklärt hatte. In seiner Rede stellte Zemmour sich als Opfer von Politikern und Journalisten dar und rief zur «Rückeroberung» Frankreichs auf. Der Publizist vertritt teils extrem migrationsfeindliche und nationalistische Positionen und wurde deshalb bereits zweimal wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt.

In den Umfragen hatte der Publizist zeitweise die Rechtspopulistin Marine Le Pen überholt, die zum dritten Mal antritt. In den vergangenen Wochen fiel er wieder deutlich hinter sie zurück. Derzeit liegt er bei etwa 13 Prozent hinter Le Pen mit 19-20 Prozent und Amtsinhaber Emmanuel Macron mit 23-24 Prozent. Macron hat seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt, aber sein Wahlkampf hat inoffiziell längst begonnen.

>

(L'essentiel/AFP)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antidemo am 07.12.2021 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leiw Fransousen, hieft den fetten Asch a git wiehlen

  • cateater am 07.12.2021 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    13 + 20 = Ein Drittel der Franzosen sind rechtsextrem. Und es wird immer nur von den Deutschen gesprochen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antidemo am 07.12.2021 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leiw Fransousen, hieft den fetten Asch a git wiehlen

  • cateater am 07.12.2021 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    13 + 20 = Ein Drittel der Franzosen sind rechtsextrem. Und es wird immer nur von den Deutschen gesprochen