Streit Salvini-Asselborn

16. September 2018 18:32; Akt: 16.09.2018 18:35 Print

«Was haben die für ein Problem in Luxemburg?»

LUXEMBURG – Matteo Salvini zündelt weiter gegen das «Steuerparadies» Luxemburg und Außenminister Jean Asselborn. Was steckt hinter den Attacken des Rechtspopulisten?

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Matteo Salvini legt im Streit mit Jean Asselborn nach. (Bild: AFP/Hans Punz)

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Die zwei werden keine Freunde mehr: Der Streit zwischen Außenminister Jean Asselborn und dem italienischen Innenminister Matteo Salvini hat sich am Wochenende zugespitzt. Asselborn hatte Salvini in einem Interview bezichtigt, «die Methoden und Töne der Faschisten der 30er Jahre» zu verwenden. Zuvor waren beide Politiker am Freitag bei einem informellen EU-Treffen in Wien aneinander geraten.

«Der sozialistische Minister der Steueroase Luxemburg bezeichnet mich heute als faschistisch, nachdem er unsere italienischen Großväter mit den heutigen illegalen Einwanderern verglichen und meine Rede mit einem ‹Merde›-Ruf unterbrochen hat», schrieb Salvini in einem Beitrag auf Twitter und Facebook. «Was haben die für ein Problem in Luxemburg? (...) Wenn er die Einwanderer so sehr liebt, dann soll er sie alle in Luxemburg aufnehmen, in Italien haben wir bereits zu viele aufgenommen», so der Vorsitzende der rechtspopulistischen Lega.

Seine Ausführung schloss Salvini mit einem «Cin cin» (das italienische Wort für «Prost») und einem Rotwein-Emoji. In dem Beitrag ist auch ein Bild angehängt, das EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim Tätscheln von Asselborns Wange zeigt. Offenbar will Salvini seinen politischen Kontrahenten als Alkoholiker verunglimpfen. Juncker musste sich erst vor kurzem ähnliche Vorwürfe gefallen lassen.

Finanzskandal als wahrer Hintergrund?

Salvinis Attacken auf Luxemburg könnten aber noch einen ganz anderen Grund haben als den Streit in der Asylfrage. Wegen eines alten Veruntreuungsskandals drohen Salvinis Lega nämlich große finanzielle Schwierigkeiten. Laut einem Gerichtsurteil soll die rechtspopulistische Partei 49 Millionen Euro an den Staat zurückzahlen – wie Der Standard schreibt, befinden sich aber lediglich rund fünf Millionen Euro in den Parteikassen. Der ehemalige Parteichef Umberto Bossi und ein früherer Schatzmeister sollen die Gelder zwischen 2008 und 2010 veruntreut haben und wurden dafür im vergangenen Jahr verurteilt. Der ominöse «Lega-Schatz» soll auf Konten in Luxemburg und Zypern lagern. Laut Tagblatt.ch führte die italienische Justiz Zeugenbefragungen im Großherzogtum durch.

Salvini will von den Machenschaften seines Vorgängers nichts mitbekommen haben. Er sieht seine Lega als Opfer einer angeblich politisierten Justiz. Vergleichbares hätte es bislang nur in der Türkei gegeben, sagte der Innenminister vergangene Woche. Der Skandal um den Lega-Schatz lastet auch auf der Regierungskoalition zwischen der Lega und der Protestbewegung Fünf Sterne.

(jt/dpa/afp/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • guy Michels am 17.09.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    es sollte auch einem Politier mal erlaubt sein "merde"rauszulassen, wenn es über die Hutschnur geht. Allerdings muss Herr Asselborn auch Verständnis haben, dass ein Staat der am Meer liegt, ein anderes Problem mit den Asylanten hat, als ein kleines Land inmitten von Europa.

  • Saupreis am 17.09.2018 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im Grunde gemommen ist es doch sehr einfach. ALLE achten auf die Gesetzgebung. Im Dublin 2 steht, das JEDER Flüchtling, der in Europa einreist, sich in dem Land REGUSTTIEREN MUSS, in dem er ZUERST Europa erreicht. Eine Weiterreise in andere Länder ist nur dann erlaubt, wenn er VOR FLUCHTANTRITT ein VISA des jeweiligen Landes, zb. Deutschland, GESTELLT UND BEKOMMEN HAT. Somit sind alle, die keinen VISA bekommem haben, ILLEGAL. Daher finde ich auch die Forderung der AFD gut, das es, hauptsächlich in afrikanischen Ländern, sogenannte "Spots" gibt, in denen Flüchtlinge VOR ihrer Flucht Anträge auf VISA stellen können. Dann brauchen sie nicht ihr Leben auf dem Mittelmeer riskieren, um dann zu erfahren, das sie wieder abgeschoben werden weil sie keinen Flüchtlingsstatus erhalten

  • Ikarus am 17.09.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Här Asselborn, all di Italiener di demols komm sin komen vier ze SCHAFFEN an hun sech an den minièren krepéiert,enner anerem och durch déi hun mar eisen Wuelstand elo.Déi kann en jo wuel käum mat denen verglaichen di mat den Booten ukommen !!! Ganz déiwen niveau....erenner mech un den Bengel mat dar Drippe an dar Fondue...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 17.09.2018 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im Grunde gemommen ist es doch sehr einfach. ALLE achten auf die Gesetzgebung. Im Dublin 2 steht, das JEDER Flüchtling, der in Europa einreist, sich in dem Land REGUSTTIEREN MUSS, in dem er ZUERST Europa erreicht. Eine Weiterreise in andere Länder ist nur dann erlaubt, wenn er VOR FLUCHTANTRITT ein VISA des jeweiligen Landes, zb. Deutschland, GESTELLT UND BEKOMMEN HAT. Somit sind alle, die keinen VISA bekommem haben, ILLEGAL. Daher finde ich auch die Forderung der AFD gut, das es, hauptsächlich in afrikanischen Ländern, sogenannte "Spots" gibt, in denen Flüchtlinge VOR ihrer Flucht Anträge auf VISA stellen können. Dann brauchen sie nicht ihr Leben auf dem Mittelmeer riskieren, um dann zu erfahren, das sie wieder abgeschoben werden weil sie keinen Flüchtlingsstatus erhalten

  • Ikarus am 17.09.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Här Asselborn, all di Italiener di demols komm sin komen vier ze SCHAFFEN an hun sech an den minièren krepéiert,enner anerem och durch déi hun mar eisen Wuelstand elo.Déi kann en jo wuel käum mat denen verglaichen di mat den Booten ukommen !!! Ganz déiwen niveau....erenner mech un den Bengel mat dar Drippe an dar Fondue...

  • svendorca am 17.09.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    2009 wollte Sarkozy mit den Romas in Frankreich aufräumen, wurde aber durch die EU-Frau Viviane Reding an seinem Vorhaben gestört. Wetten dass Salvini uns den nächsten Schub von Asylanten schickt,..nur sind es diesmal keine Romas

  • guy Michels am 17.09.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    es sollte auch einem Politier mal erlaubt sein "merde"rauszulassen, wenn es über die Hutschnur geht. Allerdings muss Herr Asselborn auch Verständnis haben, dass ein Staat der am Meer liegt, ein anderes Problem mit den Asylanten hat, als ein kleines Land inmitten von Europa.

  • @sputnik am 17.09.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn Italien fast pleite ist, muss man aber nicht so über den Herr Salvini fallen. Dein Kommentar ist ein Schlag unter die Gürtellinie also ein absolutes nogo.