Verteidigungsminister Fallon

03. April 2017 16:04; Akt: 03.04.2017 16:05 Print

«Wir werden Gibraltar mit allen Mitteln beschützen»

Der britische Verteidigungsminister spielt auf Krieg an und Spanien provoziert mit Schottland. Um Gibraltar wird mit immer härteren Bandagen gekämpft.

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«Wie weit würde Großbritannien gehen?» Verteidigungsminister Michael Fallon an einer Pressekonferenz in London. (31. März 2017)

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Großbritannien hält im Zuge der Brexit-Verhandlungen an den Ansprüchen auf seine an der Südspitze Spaniens gelegene Exklave Gibraltar fest. Ohne das Einverständnis der örtlichen Bevölkerung werde Großbritannien «niemals» zulassen, dass Gibraltar der britischen Kontrolle entgleitet.

Dies versicherte Premierministerin Theresa May nach Angaben ihres Büros am Sonntag dem Regierungschef von Gibraltar, Fabian Picardot. Sie wolle eng mit Gibraltar zusammenarbeiten, um bei den Brexit-Verhandlungen «das bestmögliche Ergebnis zu erzielen», sagte sie in einem Telefonat.

Gibraltar schützen – mit allen Mitteln

Der britische Außenminister Boris Johnson schrieb im «Sunday Telegraph», Gibraltar stehe «nicht zum Verkauf» und sei auch «keine Verhandlungssache». An der Souveränität des Gebiets werde sich ohne Zustimmung Großbritanniens und der Bevölkerung Gibraltars nichts ändern.

Auf die Frage, wie weit Großbritannien für Gibraltar gehen würde, antwortet Verteidigungsminister Sir Michael Fallon im Interview mit BBC: «Wir werden Gibraltar mit allen Mitteln beschützen.» Der ehemalige Vorsitzende der Konservativen, Michael Howard, sorgt zur selben Zeit für Kritik auf der Insel, wegen seiner Äußerung, Theresa May sei bereit, für den Schutz Gibraltars Krieg zu führen. Wie einst Margaret Thatcher für die Falkland Inseln.

Die EU hatte zuvor erklärt, Spanien müsse zustimmen, damit ein Brexit-Abkommen auch für Gibraltar gelte. Das würde bedeuten, dass die Regierung in Madrid den Zugang Gibraltars zu einem Handelsabkommen blockieren könnte. Politiker in der britischen Exklave fürchten, das Madrid sein Veto nutzen könnte, um die Halbinsel für sich zu beanspruchen.

Schottland und Katalonien seien nicht vergleichbar

Spaniens Außenminister Alfonso Dastis sagte der Zeitung «El País» vom Sonntag, sein Land beabsichtige nicht, die Grenze zu Gibraltar nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU zu schließen. Ziel sei es, dass die außerhalb Gibraltars lebenden Spanier, die in der britischen Exklave arbeiteten, dies auch weiterhin tun könnten.

Zudem scheint sich Spanien bereits mit der Zukunft eines unabhängigen Schottland auseinandergesetzt zu haben. Auf die Frage, ob Spanien gegen ein allfälliges EU-Beitrittsgesuch Schottlands ein Veto einlegen würde, antwortet Dastis kurz und knapp, dass Spanien einen Eintritt nicht blockieren würde.

Wenn es dagegen um das eigene Land geht, scheint Spanien gleich weniger kulant, den Unabhängigkeitsforderungen Kataloniens gegenüber bleibt man weiterhin hart. Dastis erklärt dies damit, dass sich die Fälle nicht vergleichen ließen. Während man in Schottland im gesetzlichen Rahmen ein Referendum durchführen kann, sei eine Abspaltung in Spanien verfassungswidrig.

EU milderte Spannungen

Die Halbinsel Gibraltar liegt an der Meerenge zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantischen Ozean. Sie war im Jahr 1713 im Frieden von Utrecht von Spanien an Großbritannien übergeben worden, wird aber regelmäßig von Madrid zurückgefordert. Bislang pufferte die EU die Spannungen zwischen beiden Ländern ab.

Nach dem Brexit-Votum im vergangenen Jahr hatte Madrid vorgeschlagen, sich die Souveränität über Gibraltar zu teilen, um einen Verbleib des Gebiets in der EU zu gewährleisten. Die Bewohner Gibraltars aber wollen britisch bleiben. 2002 hatten sie bereits per Referendum eine geteilte Souveränität mit Spanien abgelehnt.

Die winzige britische Exklave mit 32.000 Einwohnern hängt wirtschaftlich von der Landgrenze zu Spanien ab. Aus Spanien pendeln überdies täglich rund 10.000 Menschen zur Arbeit nach Gibraltar.

(L'essentiel/sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean Fries am 04.04.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gibraltar beschützen ??? Vor wem ? Vor den Kanibalen aus Spanien ? Die spinnen, die Briten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Fries am 04.04.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gibraltar beschützen ??? Vor wem ? Vor den Kanibalen aus Spanien ? Die spinnen, die Briten.