Chats ausgewertet

24. Dezember 2021 11:34; Akt: 24.12.2021 11:37 Print

Wusste Ex-​​Kanzler Kurz vom Steuerbetrug?

Beihilfe zum Steuerbetrug oder geschönte Umfragen: Die Korruptionsvorwürfe gegen den österreichischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz und sein Umfeld erhärten sich zunehmend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auch Präsidenten und hohe Politiker «whatsappen»: teils auch über wohl kriminelle Machenschaften, wie neuste Erkenntnisse im Fall des ehemaligen österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz zeigen. Es stehen die Vorwürfe im Raum, Kurz habe mithilfe anderer Personen einem Industriellen geholfen, Steuern zu «hinterziehen», Umfragen gefälscht und eine österreichische Zeitung geschmiert zu haben, dass diese die Gefälligkeitsumfragen publizierte: im Sinne von Kurz.

Diese Vorwürfe liest die österreichische Staatsanwaltschaft aus etwa 300.000 Chatnachrichten heraus, die Kurz und sein engstes Umfeld geschrieben haben. Dabei arbeitete Kurz mit einem Wingman zusammen, sozusagen seinem Mann fürs Grobe: der frühere Generalsekretär im Finanzministerium Thomas Schmid.

Betrag heruntergehandelt, Zinsen geschenkt

Dieser habe dafür gesorgt, dass ein persönlicher Berater von Kurz, der österreichische Großunternehmer Siegfried Wolf, im Ausland erwirtschaftete Gewinne nicht ordnungslaut versteuern muss: Aus den Nachrichten geht hervor, dass dabei regelechte Verhandlungen stattgefunden haben müssen: «Haben heute Einigung mit Sigi geschafft», meldete Schmid seinem Minister in einer der Nachrichten.

Wolf zahle zwischen sieben und acht Millionen nach. Aber ganz zufrieden schien der Unternehmer Wolf nicht gewesen zu sein: «Er rief mich mehrmals an und wollte auf 6 runter», zitiert der «Spiegel» eine Nachricht von Schmid. 730’000 Euro Zinsen wurden Wolf laut «Der Standard» nachträglich geschenkt. Für dieses Geschenk bekam die zuständige Beamtin einen neuen Job. Ausgehandelt wurde dies laut «heute.at» auf einer Autobahnraststätte.

«Erkaufte» Beliebtheit

Laut «SRF» hat Kurz zudem 28 Meinungsumfragen durchgeführt, die nachträglich geschönt wurden – und zwar so, dass diese Ex-Kanzler Kurz und die konservative österreichische Volkspartei gut dastehen ließen. Um diese auch weit zu streuen habe die Boulevardzeitung «Österreich» über Umwege vom Finanzministerium Zahlungen erhalten.

Das österreichische Parlament hob 18. November einstimmig die Immunität des 35-jährigen konservativen Politikers auf. Kurz und seine ÖVP hatten den Schritt unterstützt, um die rasche Aufklärung der Vorwürfe zu ermöglichen.

(L'essentiel/Philippe Coradi)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Valchen am 26.12.2021 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deen Setzt lo an Anerika (kéng Ausliwwerung un Österreich!) an kénnt Finanzell net Ze Kurz! ;—))

  • JOHNNY am 24.12.2021 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So what? An Däitschland hun se och een elo uewe setzen wou stark an dCumEx Affaire verweckelt ass

Die neusten Leser-Kommentare

  • Valchen am 26.12.2021 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deen Setzt lo an Anerika (kéng Ausliwwerung un Österreich!) an kénnt Finanzell net Ze Kurz! ;—))

  • JOHNNY am 24.12.2021 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So what? An Däitschland hun se och een elo uewe setzen wou stark an dCumEx Affaire verweckelt ass