Angriff auf Behörde

11. Mai 2020 17:07; Akt: 11.05.2020 17:16 Print

Zwei Schweden in Dänemark wegen Terror angeklagt

Die dänische Steuerverwaltung in Kopenhagen wurde letzten Sommer von einer schweren Explosion erschüttert. Jetzt stehen deswegen zwei Schweden vor Gericht.

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Die beiden Männer im Alter von 22 und 23 Jahren sollen im August 2019 einen Sprengsatz vor der Behörde zur Detonation gebracht zu haben, wie die dänische Staatsanwaltschaft mitteilte. Sie verwendeten dafür industriellen Sprengstoff. Vor dem Gebäude wurde eine Person durch umherfliegende Teile verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Tat sei so schwerwiegend gewesen, dass sie «einer terrorähnlichen Handlung» gleichkomme, erklärte Staatsanwältin Lise-Lotte Nilas. Den beiden droht nun lebenslange Haft. Sie haben jegliche Beteiligung an der Tat abgestritten.

Fünf Kilometer von Schweizer Botschaft

Bei der Explosion unmittelbar vor dem Eingangsbereich der Steuerverwaltung Skattestyrelsen waren erhebliche Schäden am Gebäude entstanden, schwerer verletzt worden war aber niemand. Die Polizei ging sofort von einem vorsätzlichen Angriff aus, der sich konkret gegen das Gebäude gerichtet habe. Das Verwaltungsgebäude liegt im Norden Kopenhagens am Bahnhof Nordhavn im Stadtteil Østerbro. Rund fünf Kilometer entfernt befindet sich die Schweizer Botschaft.

Nur wenige Tage später ereignete sich im nahe gelegenen Stadtteil Nørrebro vor einer Polizeiwache eine weitere Explosion. Der Polizei zufolge gab es keinen Hinweis auf eine Verbindung zwischen den beiden Explosionen. «Wir sehen eine beunruhigende Konstante bei den Explosionen», sagte damals ein Ermittler. «Fast jeden Tag antworten wir auf derlei Vorfälle.»

Organisierte Banden

Seit dem vergangenen Sommer kommt es in Schweden und in Dänemark immer wieder zu vorsätzlich herbeigeführten Explosionen. Dahinter werden organisierte Banden vermutet.

Der dänische Justizminister Nick Haekkerup sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Anschlagsserie in seinem Land und der steigenden Gewalt beim Nachbarn Schweden. «Wir sehen seit gut einem Jahr eine beunruhigende Entwicklung in Schweden, mit einer großen Anzahl an Explosionen und anderer grober Kriminalität, die sich mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung bringen lässt», erklärte er letztes Jahr. «Wir haben ein Interesse daran, dass sich diese Entwicklung nicht nach Dänemark ausbreitet. Deshalb haben wir beschlossen, den Grenzschutz zu Schweden zu erhöhen.»

(L'essentiel/REUTERS)

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