Corona-Homeoffice

31. März 2020 09:41; Akt: 31.03.2020 15:00 Print

«19-​​Tage-​​Regel» für Grenzgänger wird ausgesetzt

LUXEMBURG – Arbeitnehmer, die derzeit in Deutschland im Homeoffice arbeiten, müssen den Fiskus nicht fürchten. Die Obergrenze wird während der Coronakrise nicht angewendet.

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Gute Nachrichten für Luxemburger Arbeitnehmer, die in Deutschland leben und wegen der Coronakrise derzeit vermehrt im Homeoffice arbeiten. Die bei Grenzgängern gefürchtete Telearbeit-Obergrenze wird «zeitlich befristet» nicht angewendet werden, teilt das saarländische Finanzministerium am Dienstagmorgen mit.

«In der aktuellen Zeit gilt es, unbürokratische Lösungen zu finden. Deshalb werden die Arbeitstage der Grenzgänger, die aktuell von Zuhause aus arbeiten, wie normale Arbeitstage in Luxemburg verrechnet», erklärt Staatssekretärin Anja Wagner-Scheid. Darauf habe man sich «nach intensiven Gesprächen der letzten Wochen» mit dem Bundesfinanzministerium unter Olaf Scholz (SPD) einigen können. Dieses werde zeitnah mit Luxemburg in Kontakt treten, «um die gefundene Ausnahmeregelung rechtlich abzusichern», heißt es in der Mitteillung weiter.

Das Einverständnis der Luxemburger Behörden gilt als sicher. Sowohl Premierminister Xavier Bettel (DP) als auch Sprecher des Finanzministeriums unter Pierre Gramegna (DP) hatten in den vergangenen Wochen stets betont, eine entsprechende Lösung mit Deutschland finden zu wollen. Mit Frankreich und Belgien hatten bereits kurz nach Inkrafttreten der Bewegungsbeschränkungen Vereinbarungen getroffen werden können.

Hintergrund zur Homeoffice-Regelung

Im Großherzogtum beschäftigte Grenzpendler aus Deutschland besteuern ihr Gehalt grundsätzlich in Luxemburg. Verrichten sie ihr berufliche Tätigkeit jedoch an mehr als 19 Tagen pro Jahr in Deutschland – etwa im Homeoffice – besteuert der deutsche Fiskus diese Arbeitstage, was aufgrund der höheren Einkommenststeuersätze mit finanziellen Einbußen für die Betroffenen einhergeht.

(Philip Weber/L'essentiel )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Be am 31.03.2020 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Für Luxemburger Arbeitnehmer, die in Deutschland leben . Heisst normalerweise für alle die in diese Kategorie fallen.

  • Calamar am 31.03.2020 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    ...Verrichten sie ihr berufliche Tätigkeit jedoch an mehr als 19 Tagen pro Jahr (in Deutschland) -> ausserhalb von Luxemburg, soweit mir bekannt. Oder nicht?

  • paulchen am 31.03.2020 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zählt dass für alle ? Auch Busfahrer oder LKW Fahrer?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hennes am 02.04.2020 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wegen CO2 sollte man diese unsinnige Regelung auch nach der Krise nicht wieder einführen. Warum nicht auf 1x mal Homeoffice pro Woche eingrenzen? Wieviel Autos pro Jahr würden weniger zwischen Deutschland und Luxemburg pendeln (gilt auch für Frankreich und Belgien)

  • El Be am 31.03.2020 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Für Luxemburger Arbeitnehmer, die in Deutschland leben . Heisst normalerweise für alle die in diese Kategorie fallen.

  • Taxman am 31.03.2020 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sie sollen endlech dei Grenzen rem op maan. An einfazh Zirkulatioun kontrolleieren sporadesch an protokolleieren wann unbruecht.

  • Calamar am 31.03.2020 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    ...Verrichten sie ihr berufliche Tätigkeit jedoch an mehr als 19 Tagen pro Jahr (in Deutschland) -> ausserhalb von Luxemburg, soweit mir bekannt. Oder nicht?

  • Sören Schmitt am 31.03.2020 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    nur Saarland? Oder auch RLP?

    • C.M. am 31.03.2020 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      «nach intensiven Gesprächen der letzten Wochen» mit dem Bundesfinanzministerium Steuerrecht ist Bundesangelegenheit.

    • S Ger am 31.03.2020 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      Da es sich um ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und nicht einzelnen Bundesländern handelt, ist davon auszugehen, dass die Regelung, sobald rechtlich in Kraft, für alle dt. Grenzgänger nach Luxembourg gilt (SL, RLP etc).

    • Marcel am 31.03.2020 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Das Doppelbesteuerungsabkommen ist eine Angelegenheit zwischen dem Großherzogtum und der Bundesrepublik. Gilt also für alle Bundesländer.

    • Marcel de Bonin am 31.03.2020 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      Das Doppelbesteuerungsabkommen ist eine Vereinbarung zwischen dem Großherzogtum und der Bundesrepublik (vertreten durch den Bundesfinanzminister). Einzelne Bundesländer können hier nichts ändern. Daher gilt es für alle Grenzgänger aus Deutschland nach Luxemburg, nicht nur für die Saarländer.

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