Von Priester missbraucht

15. Dezember 2011 07:00; Akt: 15.12.2011 07:31 Print

Ein Opfer, das nicht schweigt

ARLON – Als Jugendlicher wurde Joël Devillet von einem Priester regelmäßig missbracht. Es dauerte 15 Jahre, bis der Täter verurteilt wurde.

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Joël ist in seiner Jugend Schlimmes widerfahren. Er kämpft seit Jahren für ein wenig Gerechtigkeit.

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In seiner Jugend wurde der 38-jährige Joël Devillet in seiner Zeit als Messdiener regelmäßig vom Priester seiner Gemeinde Aubange missbraucht. Vor Kurzem wurde nach 15 Jahren Prozessdauer das Urteil gesprochen. Der Geistliche Gilbert Hubermont wurde für schuldig befunden und muss seinem Opfer 70 000 Euro zahlen. «Ich bin erleichtert, dass endlich seine Schuld anerkannt wurde», sagt Joël Devillet, der heute in Brüssel lebt. «Aber ich habe ihn nicht des Geldes wegen juristisch verfolgt. Ich wollte, dass jeder weiß, was er getan hat und er selbst seine Taten zugibt.»

Das Leben von Joël Devillet ist zerbrochen, der Krankenpfleger seit drei Jahren ohne Arbeit: «Ein Prozess nimmt Zeit in Anspruch. Außerdem bin ich zu 50 Prozent arbeitsunfähig aufgrund der Misshandlungen, die mir in meiner Jugend angetan wurden.»

Zweiter Prozess kommt

Doch ist die Geschichte auch nach dem Prozess nicht zu Ende. Der Priester, der derzeit bei Rochefort (in der Nähe von Namur) in einer Behinderteneinrichtung arbeitet, könnte in Berufung gehen. «Allerdings wird er aufgrund der Länge des Prozesses auf jeden Fall zahlen müssen», sagt Joël Devillet.

Sobald dieser juristische Fall ein Ende hat, wird ein zweiter Prozess gegen Bischof Léonard, den Vorgesetzten, eröffnet. Dieser hat seinen Priester über die Jahre hinweg geschützt. «Ich habe so lange dafür gekämpft, dass jeder weiß, was Priester Hubermont getan hat, weil es vor und nach mir weitere Opfer gab», erklärt Joël Devillet, der nie mehr ein normales Leben führen werden kann.

L'essentiel Online/Chloé Murat

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