Hohe Trefferquote

06. Juli 2020 09:09; Akt: 06.07.2020 09:42 Print

Bundeswehr bildet Corona-​​Spürhunde aus

ULMEN – Die Bundeswehr bildet Sprengstoff- und Minenspürhunde aus. Die Vierbeiner können aber auch Krebs riechen. Ob es auch beim Coranavirus klappt, erprobt die Bundeswehr.

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Ulmen: Donnie ist ein Spürhund der Bundeswehr. Er erhält derzeit seine dritte Ausbildung zum Corona-Spürhund. (Bild: DPA/Roland Alpers/Bundeswehr)

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Es ist ein derzeit einzigartiges Forschungprojekt: Die Bundeswehr erprobt in ihrer deutschlandweit einzigen Diensthundeschule bei Ulmen in der Vulkaneifel in Zusammenarbeit mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover, ob die Diensthunde der Bundeswehr eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus am Geruch von Speichelproben erkennen können.

Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen – so ist die Idee für das Projekt entstanden. Schäferhunde, Spaniel und Retriever sollen das Aufspüren einer Coronavirus-Infektion lernen, teilt die abgelegene Diensthundeschule mit.

Trefferquote von 80 Prozent

«Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen», erklärt die mitten im Wald liegende Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen, ob die tierischen Kameraden wirklich eine Infektion erschnüffeln können. Projektleiterin und Oberstabsveterinär Esther Schalke schätzt das «ideale Zusammenspiel von Wissenschaft und praktischer Anwendung».

Auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich befassen sich Experten mit diesem Thema. TiHo-Doktorandin Paula Jendrny erläutert: «Im Gegensatz zu den europäischen Kollegen nutzen wir den Speichel von infizierten Personen, in dem zunächst die Viren chemisch inaktiviert, also unschädlich gemacht werden.» Speichelproben hätten «den Vorteil der schnellen und ortsunabhängigen Verfügbarkeit, wenn viele Menschen getestet werden sollen».

« Wir müssen sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann. »

Nach einem erfolgreichen Abschluss der Versuchsreihe mit inaktiven Viren käme die nächste noch höhere Hürde: Klappt das auch mit aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? «Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann», betont Jendrny.

Es ist also noch ein langer Weg, bis Vierbeiner der Bundeswehr vollständig als Corona-Spürhunde einsatzfähig sein könnten. Dann wird laut der Diensthundeschule «eine Diskussion nötig sein, in welchen zivilen und militärischen Bereichen diese Hunde ihren Dienst verrichten sollen».

Andere Aufgaben haben die bellenden Helfer schon seit Jahrzehnten: Die Streitkräfte setzen sie als Schutz-, Sprengstoff-, Rauschgift-, Minen- oder Kampfmittelspürhunde ein – auch im Ausland, etwa in Afghanistan und Mali. Laut Hauptmann Daniel Remus von der Diensthundeschule hat die Bundeswehr rund 300 Vierbeiner weltweit im Einsatz.

« Diese Hunde haben bei seelisch verletzten Kameraden wieder die Tür zum Leben aufgestoßen. »

Bei einer weiteren Spezialausbildung haben sich Vierbeiner zu Therapiebegleithunden gemausert für Soldaten, die mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus Auslandseinsätzen zurückkehren, zum Beispiel nach dem Anblick von Terroropfern oder einer Explosion. «Diese Hunde haben bei dem einen oder anderen seelisch verletzten Kameraden wieder die Tür zum Leben aufgestoßen», hat die Diensthundeschule einst mitgeteilt.

1958 wurde sie in Koblenz-Bubenheim gegründet – und 1997 wegen Platzmangels in ein ehemaliges Munitionsdepot der Bundeswehr in die Eifel bei Ulmen verlegt. Dort verteilen sich 51 Bunker mit schweren Stahlschiebetoren auf 68 Hektar Wald. Innen drin haben Soldaten Szenarien zum Trainieren der Hunde nachgebaut, etwa Gleisanlagen, Lagerräume, Kanalsysteme, einen Markt- und einen Schrottplatz, Wohnungen und zerstörte Häuser.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arnold am 06.07.2020 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ausserdem ist ja lange bekannt dass Hunde auch Terminatoren riechen können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arnold am 06.07.2020 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ausserdem ist ja lange bekannt dass Hunde auch Terminatoren riechen können.