400.000 Euro an Missbrauchsopfer

19. Januar 2015 20:32; Akt: 19.01.2015 20:40 Print

114 Kinder wurden im Bistum Trier missbraucht

TRIER - Vor fünf Jahren stürzte der Missbrauchsskandal die deutsche Katholische Kirche in eine tiefe Krise. Seitdem wird die Vergangenheit aufgearbeitet.

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Rund fünf Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche hat das Bistum Trier 396.500 Euro an Opfer gezahlt. 114 Betroffene hätten sich in den vergangenen Jahren gemeldet, teilte das Bistum am Montag mit. Beschuldigt worden seien 37 schon gestorbene Priester sowie 30 noch lebende. 21 dieser kircheninternen Verfahren wurden den Angaben zufolge abgeschlossen, neun sind noch in Bearbeitung. Zudem gingen 83 Anträge auf finanzielle Entschädigung ein, 79 wurden bewilligt.

Teilweise seien Priester aus dem Klerikerstand entlassen worden, teilweise hätten sich die Vorwürfe nicht bestätigt, teilte Bistumssprecher André Uzulis auf Anfrage mit. Ein Priester habe von sich aus einen Antrag auf Entlassung gestellt, den Papst Franziskus angenommen habe. In einem Fall sei die kirchenrechtliche Voruntersuchung zwar abgeschlossen worden. Der Priester sei dann aber gestorben, bevor der Abschlussbericht erstellt und die Glaubenskongregation informiert werden konnte.

Weil die aufgedeckten sexuellen Übergriffe von Priestern und Geistlichen oft Jahrzehnte zurückliegen, sind viele der Taten bereits strafrechtlich verjährt. Im Kampf gegen Missbrauch werden im Bistum Trier auch Mitarbeiter geschult, um sexuelle Übergriffe in Kircheneinrichtungen künftig zu verhindern. Triers Bischof Stephan Ackermann ist von der Deutschen Bischofskonferenz auch mit der Aufarbeitung des bundesweiten Missbrauchsskandals betraut worden. Deutschlandweit stellten laut Bischofskonferenz bis heute etwa 1500 Menschen Anträge auf finanzielle Entschädigungszahlungen.

(L'essentiel/dpa)

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