NACH WAFFENFUND

20. März 2012 18:01; Akt: 20.03.2012 18:20 Print

«Pulver-Kurt» muss vor Gericht

Der Deutsche hätte ein Armeekommando ausrüsten können: «Pulver-Kurt» besaß Machinengewehre, Pistolen und Sprengstoff en masse. Nun wurde Anklage erhoben.

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Ein Teil der Waffen, die am 26. Januar 2011 sichergestellt wurden. (Bild: DPA/Martin Goldhahn)

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Mehr als ein Jahr nach dem Fund eines der größten illegalen privaten Waffen- und Sprengstofflager in Deutschland ist Anklage gegen «Pulver-Kurt» aus der Westpfalz erhoben worden. Im Januar 2011 hatten Ermittler in Becherbach bei einem Rentner mit diesem Spitznamen unter anderem Gewehre, Handgranaten und Sprengstoff entdeckt.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach wirft dem 63-Jährigen Verbrechen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor, teilte die Behörde am 20. März in Bad Kreuznach mit. Sachverständige des Landeskriminalamts hatten mehr als 50 aufwendige Waffen- und Sprengstoffgutachten erstellt.

18 Pistolen, sechs MGs

Fahnder entdeckten damals in einer angemieteten Scheune in Becherbach/Pfalz und im Haus des Rentners in Hundsbach unter anderem Sprengstoff, Kriegswaffen und Handgranaten. Rund 40 Kilogramm explosives Material mussten gesprengt werden, Becherbach wurde zeitweise evakuiert.

Der Waffennarr soll unter anderem sechs Maschinengewehre, sechs Maschinenpistolen, zwölf Gewehre, achtzehn Pistolen und Revolver, sieben Handgranaten und weit über 100 Kilogramm Sprengstoff gehortet haben. Neben den illegalen Waffen besaß er als Sportschütze auch mehrere Schusswaffen rechtmäßig. Der Rentner hat die Taten laut Staatsanwalt gestanden. Ein Haftbefehl gegen ihn wurde gegen Kaution außer Vollzug gesetzt.

(dpa / lrs)