Kindes-Missbrauch

04. Juni 2012 10:54; Akt: 04.06.2012 11:58 Print

Ermittlungen gegen 16 Trierer Priester

TRIER - Gegen 16 Priester aus dem Bistum Trier wird wegen Missbrauchs ermittelt. Die meisten Fälle sind verjährt. In der Kirche erwarten einige Verdächtige dennoch Strafen.

storybild

Der Trierer Bischof Ackermann ist der deutsche Beauftragte für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. (Bild: DPA)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sind im Bistum Trier seit Februar 2010 gegen 16 Priester kirchenrechtliche Voruntersuchungen eingeleitet worden. Dies teilte der Sprecher des Bistums Trier am Montag mit und bestätigte einen Bericht der Zeitung «Trierischer Volksfreund». Neun dieser Vorverfahren seien vom Bistum bereits abgeschlossen, die anderen sieben liefen noch. Von den 16 Bistumspriestern seien 11 im Ruhestand.

Strafrechtlich seien die mutmaßlichen Taten aus den 1960er bis 1980er Jahren verjährt, sagte der Sprecher. Über eine mögliche kircheninterne Bestrafung sei noch nicht entschieden. «Alle Verfahren laufen noch», sagte er.

Vatikan entscheidet

Denn beim weiteren Vorgehen spricht der Vatikan mit: In zwei der neun abgeschlossenen Untersuchungen seien Abschlussberichte an die Glaubenskongregation nach Rom geschickt worden. Sie seien mit der Maßgabe zurückgekommen, kirchenrechtliche Strafverfahren einzuleiten, hieß es. Möglich sind: Ein Prozess vor einem Kirchengericht oder der Erlass eines Strafdekrets. Wann erste Sanktionen verhängt werden, sei noch unklar. Eine mögliche Strafe sei auch eine Laisierung - also der Rauswurf. In den sieben anderen in Trier abgeschlossenen Fällen werden die Abschlussberichte noch verfasst.

Die Zahl der ins Visier geratenen Priester seit der Ernennung des Trierer Bischofs Stephan Ackermann zum Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz im Februar 2010 ist vergleichsweise hoch. Unter seinem Vorgänger, dem heutigen Münchner Erzbischof Reinhard Marx, gab es laut Sprecher drei kirchenrechtliche Voruntersuchungen wegen Missbrauchsverdachts, in der gut einjährigen Vakanz zwischen Marx und Ackermann zwei Fälle. «16 - das ist schon eine Zahl», sagte der Bistumssprecher. Die Verfahren seien vor allem durch Opfer, die sich gemeldet haben, in Gang gekommen.

Opfer werden informiert

Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung dauert laut Bistum Trier etwa ein bis eineinhalb Jahre. Von den 16 Priestern sind noch drei im Dienst, einer ist beurlaubt und einer laisiert - allerdings schon längere Zeit. Im Falle einer Sanktion werden die Opfer informiert. Und auch eine «angemessene Information der Öffentlichkeit unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes der Betroffenen» werde gewährleistet, hieß es.

Bischof Ackermann hat angekündigt, den Umgang mit pädophilen Priester neu überdenken zu wollen. Vor allem die Frage, ob pädophile Priester in der Seelsorge weiterbeschäftigt werden dürfen. Bislang ist das möglich. Die Leitlinien der Bischofskonferenz sollen 2013 überarbeitet werden. Im Bistum Trier sind bislang mehr als 40 Opfer sexueller Übergriffe finanziell entschädigt worden. Das Bistum zählt knapp 700 Priester.

(L'essentiel Online/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.