In Ingelheim

03. November 2017 13:42; Akt: 03.11.2017 13:42 Print

Mann wird angefahren -​​ Zeugen helfen nicht

INGELHEIM - Ein Fußgänger wurde von einem Auto angefahren. Der Wagen fährt einfach davon - und die umstehenden Passanten reagieren nicht.

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Ein Mann liegt blutend am Boden, keiner hilft: Nach einer Unfallflucht und wahrscheinlich mehreren absichtlich wegschauenden Passanten sucht die Polizei in Ingelheim nach Hinweisen. Bislang gebe es noch keine heiße Spur zum Täter, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Am Vortag war ein Fußgänger auf einer Hauptstraße in Ingelheim angefahren worden und niemand hatte sich um ihn gekümmert.

Der Autofahrer fuhr nach Polizeiangaben einfach davon. Der 28 Jahre alte Fußgänger habe eine Platzwunde am Kopf und Prellungen erlitten. Seinen Schilderungen zufolge sprach er mehrere Passanten an, während er verletzt auf dem Gehweg lag. Keiner habe angehalten. «Wir haben keinen Grund, an der Aussage zu zweifeln. Aber sie ist nicht verifiziert», sagte der Sprecher.

Unterlassener Hilfeleistung strafbar

Eine Kameraüberwachung gibt es an der Stelle nicht. Dem Verletzten gelang es schließlich, mit seinem Handy Hilfe zu holen. Diese fehlende Mitmenschlichkeit der Passanten sei keineswegs die Regel in Ingelheim, sagte der Sprecher. «Das kommt zum Glück selten vor.»

Wer angesichts eines Notfalls bewusst wegschaut, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar und muss im schlimmsten Fall mit einer Haftstrafe rechnen. Ebenso wird bestraft, wer in solch einer Situation eine helfende Person behindert - das schließt auch Gaffer ein, die Rettungskräften die Arbeit schwerer machen. Erst im September wurden in Essen zwei Männer und eine Frau zu Geldstrafen in Höhe von Tausenden Euro verurteilt, weil sie einem hilflosen Rentner in einer Bankfiliale nicht halfen. Amtsrichter Karl-Peter Wittenberg sprach im Urteil von einer «Scheißegal-Haltung».

(L'essentiel/dpa)

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