DWD-Meteorologe

14. Januar 2022 12:44; Akt: 14.01.2022 13:57 Print

Ahr-​​Hochwasser-​​Ausmaß war am Nachmittag klar

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal starben 134 Menschen und hunderte wurden verletzt. Bereits am Tag zuvor sei klar gewesen, dass es ein besonders starkes Hochwasser werden würde.

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Meteorologe Bernhard Mühr sitzt vor seiner Anhörung in der Sitzung des Untersuchungsausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags zur Flutkatastrophe vor seinem Laptop. (Bild: DPA/Arne Dedert)

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Nach Einschätzung des Diplom-Meteorologen Bernhard Mühr war es am 14. Juli 2021 spätestens um 16 Uhr unzweifelhaft klar, dass es an der Ahr ein Hochwasser von einem Ausmaß geben würde, wie es seltener als alle 100 Jahre vorkommt. Der Pegel des Hochwassers vom Juni 2016 (2,73 Meter) sei um diese Uhrzeit bereits erreicht gewesen und noch sehr viel Niederschlag erwartet worden, sagte der Sachverständige am Freitag im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe des rheinland-pfälzischen Landtags. Bereits am Tag zuvor sei klar gewesen, dass es ein besonders starkes Hochwasser werden würde.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) habe aus seiner Sicht «frühzeitig und sachlich richtig gewarnt», sagte der Fachmann aus Karlsruhe. Der DWD habe die höchste mögliche Warnstufe 4 vor Dauerregen am 13. Juli ausgegeben.

«Es gibt zu viele Warnungen in Deutschland»

Er bezweifle allerdings, dass die Brisanz und der Handlungsdruck aus dem Text des DWD für alle zu erkennen waren. Und meinte: «Es gibt zu viele Warnungen in Deutschland.»

Bildstrecke: Hochwasser in der Eifel

Für Profis und in der Kommunikation zwischen den Kommunen und Behörden hätte der Handlungsdruck nach der Warnung aber klar werden müssen, und er habe Schwierigkeiten zu verstehen, warum zu spät reagiert wurde. Ab 16 Uhr hätte aus seiner Sicht gemacht werden müssen, was die Pläne für solche Situationen vorsähen. Er verstehe auch nicht, warum es nicht schon im Laufe des 13. Juli Aufforderungen gegeben habe, etwa an die Campingplätze sowie an die Anwohner, ihre Autos vom Ufer weg zu parken.

Bei der Flutkatastrophe vom 14. auf dem 15. Juli sind im nördlichen Rheinland-Pfalz insgesamt 135 Menschen gestorben, davon 134 im Ahrtal. Hunderte wurden verletzt und weite Teile des Tals verwüstet. Im Untersuchungsausschuss sollten am Freitag zehn Sachverständige gehört werden.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oh man am 16.01.2022 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was haben wir eigentlich die ÖR Rundfunkanstalten? Warum erfolgten eigentlich keine Warnungen hierüber?

  • AuchMalSchwurbler am 14.01.2022 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zitiere "...im Umfeld der Eifel...". Sollen nun alle Kreise die einen Bach oder Fluss haben ihre Bevölkerung evakuieren? Nächste Frage: Wie hätte man entlang der Ahr ab 1600 (...wo alles ja gaanz klar war...) rund 10 bis 20 tsd. Personen herausbekommen?

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  • Oh man am 16.01.2022 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was haben wir eigentlich die ÖR Rundfunkanstalten? Warum erfolgten eigentlich keine Warnungen hierüber?

  • AuchMalSchwurbler am 14.01.2022 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zitiere "...im Umfeld der Eifel...". Sollen nun alle Kreise die einen Bach oder Fluss haben ihre Bevölkerung evakuieren? Nächste Frage: Wie hätte man entlang der Ahr ab 1600 (...wo alles ja gaanz klar war...) rund 10 bis 20 tsd. Personen herausbekommen?