Ausbau der Autobahn A 31

10. April 2015 13:13; Akt: 10.04.2015 13:55 Print

Lothringer wollen nicht «die Dummen» sein

THIONVILLE – Die französische Autobahn A 31 soll zwischen Thionville und der Grenze sechsspurig ausgebaut werden. Der Plan schmeckt aber nicht jedem.

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Das Projekt «A31bis» wird erst am 15. April in Lothringen präsentiert, doch schon jetzt liegen sich Befürworter und Gegner in den Haaren. Der geplante Ausbau der Autobahn auf französischer Seite sieht eine Westumfahrung von Thionville auf insgesamt sechs Spuren bis zur Luxemburger Grenze vor. Auf der Strecke soll künftig auch eine Maut erhoben werden. Michel Morin, Präsident der «Commission particulière du débat public» (CPDP), rechnete bereits mit negativen Reaktionen auf das Projekt – und er sollte Recht behalten.

Für Anne Grommerch, die Bürgermeisterin von Thionville, kommt es nicht infrage, dass Bewohner der Region zur Kasse gebeten werden. Damit würde Thionville «dreifach bestraft. Wir haben schon jetzt die Verschmutzung und den höllischen Nord-Südverkehr. Das bringt doch alles nichts. Die Leute tanken in Luxemburg und kaufen auch ihre Zigaretten dort. Sie werden auf der anderen Seite der Grenze arbeiten. Es wäre unfassbar, wenn die lokal Ansässigen zahlen müssten. Die Regierung hat beschlossen, die Schwerverkehrsabgabe anzuheben. Wir wollen nicht die Dummen sein, die zahlen. Zahlen sollten eher die Lastwagen und der Transitverkehr.»

Das Projekt ist «ausgereift»

«Es ist gut, eine öffentliche Debatte zu haben, aber wenn diese nicht um die Finanzierung geht, ist sie nutzlos», sagt die UMP-Politikerin. Die Bürgermeisterin fordert Alternativen. «Die Prognosen gehen davon aus, dass die Beschäftigung in Luxemburg in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Man muss auch andere Möglichkeiten erörtern. Man muss kreativ sein und sich nicht nur auf die Autobahn konzentrieren, die erst in 20 Jahren fertig sein wird.»

Das Projekt der «A31bis» hat zum Ziel, den Verkehrsfluss in Lothringen zu verbessern, aber auch Autopendlern eine leichtere Erreichbarkeit zu ermöglichen. «Die Verbindung des Fenschtals mit der A 31 ist für die Einwohner von zentraler Bedeutung», sagt Michel Liebgott, Präsident der «Communauté d'agglomération du Val de Fensch». «Wir haben bis jetzt keine Verbindung zwischen dem Hauptort des Tals und Luxemburg. Derzeit muss man einen Umweg über Thionville fahren, um zur Grenze zu kommen.»

Für Jean-Pierre Masseret, den Präsidenten des lothringischen Regionalrats, ist das Projekt «reif für die Umsetzung». Es sollte möglichst bald in Angriff genommen werden, unterstreicht er in einem Communiqué.

Luxemburg bereits einen Schritt weiter

In Luxemburg wird das Projekt mit sorgenvollem Interesse verfolgt. Für den ACL wird der Ausbau der A 31 den Verkehr im Großherzogtum definitiv beeinflussen. Daher müssten sich beide Seiten abstimmen, fordert die Pressesprecherin des Automobilclus, Dina Freitas. «Das Projekt ist nur dann sinnvoll, wenn die A 3 in Luxemburg auch über drei Spuren verläuft.»

Der ACL ist allerdings nicht übermäßig besorgt. «Das Projekt kursiert bereits seit Jahren», sagt Dina Freitas. «Es hängt immer von der politischen Mehrheit ab. Einmal wird es ignoriert, dann wieder hochgekocht. Ich denke, dass der dreispurige Ausbau der A 3 in Luxemburg bereits weiter fortgeschritten ist und mehr politische Unterstützung hat.»

(Juliette Devaux und Jonathan Vaucher/L'essentiel)

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