In Rheinland-Pfalz

13. August 2020 10:36; Akt: 13.08.2020 10:45 Print

Abschuss von Wölfen steht nicht zur Diskussion

MAINZ/EIFEL – Nachdem ein Wolf nahe der Luxemburger Grenze mehrere Weidetiere getötet hat, wird in Rheinland-Pfalz lebhaft diskutiert.

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Der Wolfs-Managementplan des Landes Rheinland-Pfalz setzt auf Prävention anstatt Abschuss. (Bild: DPA/Felix Kästle)

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Nach einem Angriff auf Schafe oder andere Nutztiere können in Deutschland Wölfe auch auf Verdacht mit behördlicher Genehmigung abgeschossen werden - in Rheinland-Pfalz ist es bislang noch nie dazu gekommen. «Aktuell steht eine artenschutzrechtliche Ausnahme zur Tötung eines Wolfs in Rheinland-Pfalz nicht zur Diskussion», sagt eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mainz.

Im Westerwald oder in der Eifel habe es bislang keinen Wolf gegeben, der einen Abschuss erfordert hätte, sagte die Sprecherin. «Es hat sich bewährt, dass das Land Rheinland-Pfalz das Präventionsgebiet Westerwald im Jahr 2018 ausgewiesen hat und hier schon viele Weidezäune mit Fördermitteln des Landes 'wolfssicher' gemacht wurden.»

« Im Vordergrund müssen die Bemühungen um die Koexistenz von Weidetieren und Wölfen stehen »

Der Managementplan des Landes für den Umgang mit der unter Naturschutz stehenden Tierart wurde bereits 2015 eingeführt, schon vor dem ersten Nachweis eines Wolfs in Rheinland-Pfalz. Er setzt vor allem auf Prävention. So werden Risse von Nutztieren vollständig entschädigt, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. In den ausgewiesenen Präventionsgebieten werden Vorkehrungen wie wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde mit Landesmitteln gefördert. Als letzte Möglichkeit ist auch vorgesehen, «Wölfe durch behördliche Anordnung der Natur zu entnehmen», sofern die Voraussetzungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz dafür gegeben sind. «Im Vordergrund müssen die Bemühungen um die Koexistenz von Weidetieren und Wölfen stehen», sagte die Sprecherin des Ministeriums.

Die am 14. Februar vom Bundesrat gebilligte Regelung erlaubt einen Abschuss von Wölfen auch dann, wenn nicht klar ist, ob ein Nutztier von einem Wolf gerissen wurde - und zwar so lange, bis es keine weiteren Schäden mehr gibt. Es bleibt aber dabei, dass jeder Abschuss einzeln genehmigt werden muss.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean am 13.08.2020 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Na hoffentlich doch.Es kann doch nicht sein,dass der Mensch es im 21. Jahrhundert nicht schafft,mit dem Wolf zu koexistieren.Ein so schönes und edles Tier,mit einem so ungerechten und falschen Ruf,gehört nicht MEHR abgeschossen.Wir fliegen zum Mond und sind nicht imstande unsere Flora und Fauna zu beschützen und zu respektieren?Und jedes gerissene Tier,falls es der Wolf WAR,wird entschädigt,also,beim besten Willen,was soll das?

  • Thomas Bosch am 13.08.2020 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch tötet Wölfe die ihrem natürlichen Instinkt nachgehen, für den Menschen aber ungefährlicher sind als jeder etwas grössere Hund der rumläuft und seine Bakterien und Viren auch an weidende Nutz- und Wildtiere verteilt... Die Weidezäune mit Strom dran lösen das Problem, also was soll die Diskussion trotz aller Aufklärungsarbeit die geleistet wurde? Informationsresistenz sollte bestraft werden! Der Autoverkehr wird die Wolfspopulation schon regulieren, dafür braucht es weder Jäger noch ängstliche und hysterische Bürger.

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  • Jean am 13.08.2020 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Na hoffentlich doch.Es kann doch nicht sein,dass der Mensch es im 21. Jahrhundert nicht schafft,mit dem Wolf zu koexistieren.Ein so schönes und edles Tier,mit einem so ungerechten und falschen Ruf,gehört nicht MEHR abgeschossen.Wir fliegen zum Mond und sind nicht imstande unsere Flora und Fauna zu beschützen und zu respektieren?Und jedes gerissene Tier,falls es der Wolf WAR,wird entschädigt,also,beim besten Willen,was soll das?

  • Thomas Bosch am 13.08.2020 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch tötet Wölfe die ihrem natürlichen Instinkt nachgehen, für den Menschen aber ungefährlicher sind als jeder etwas grössere Hund der rumläuft und seine Bakterien und Viren auch an weidende Nutz- und Wildtiere verteilt... Die Weidezäune mit Strom dran lösen das Problem, also was soll die Diskussion trotz aller Aufklärungsarbeit die geleistet wurde? Informationsresistenz sollte bestraft werden! Der Autoverkehr wird die Wolfspopulation schon regulieren, dafür braucht es weder Jäger noch ängstliche und hysterische Bürger.