In Rheinland-Pfalz

02. Oktober 2017 11:27; Akt: 02.10.2017 11:28 Print

Ärzte stellen immer mehr Fälle von Borreliose fest

MAINZ - Zecken saugen sich auch gern an Menschen fest. Solch ein Biss kann schlimme Folgen haben. Experten raten den Menschen zur Vorsorge.

storybild

Im Nachbarbundesland wurden mehr Borreliose-Fälle nach Zeckenbissen festgestellt. (Bild: DPA/Patrick Pleul)

Zum Thema

Zeckenbisse haben bislang in diesem Jahr mehr Borreliose-Erkrankungen in Rheinland-Pfalz ausgelöst als 2016. Von Jahresanfang bis Mitte September gab es einer Mitteilung des Landesuntersuchungsamts (LUA) in Koblenz zufolge 769 Fälle, 31 mehr als im gleichen Zeitraum vergangenes Jahr. Diese Schwankung sei allerdings normal, sagte Philipp Zanger vom Landesuntersuchungsamt. Zum Vergleich: In Luxemburg werden jedes Jahr rund 100 Verdachtsfälle festgestellt.

Besonders betroffen waren die Landkreise Bad Kreuznach (70) und Altenkirchen (60). Hier nahm die Zahl der Borreliose-Meldungen um 11 beziehungsweise 16 Fälle zu. In Speyer wurde 2016 wie 2017 kein Fall gemeldet. Dass die Krankheit in manchen Landesteilen besonders häufig auftrete, sei nicht zu erkennen, sagte Zanger. Ein Grund für die Unterschiede sei die Meldeaktivität der Ärzte.

Lähmungen als mögliche Folge

Bei der Krankheit gelangen durch Zeckenstiche Bakterien (Borrelien) in den menschlichen Körper, die dann zu Infektionen führen können. Im schlimmsten Fall könnten laut Zanger bei einer chronischen Neuro-Borreliose Lähmungserscheinungen auftreten.

Viel seltener ist die Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis), die ebenfalls von Zecken übertragen wird. Dem LUA zufolge gab es im laufenden Jahr in Rheinland-Pfalz noch keinen einzigen Fall. Im vergangenen Jahr seien es fünf gewesen. «Das sind Einzelfälle», sagte Behördensprecher Achim Ginkel. Die Zahl schwanke von Jahr zu Jahr. So seien es in den Vorjahren 2015 und 2016 jeweils zwei Fälle gewesen, 2013 indes sechs.

Gefahr für FSME-Infektion gering

Bei FSME treten nach Angaben des Amts bei jedem dritten Infizierten Krankheitserscheinungen auf, zunächst Fieber und grippeähnliche Symptome. Bei etwa zehn Prozent der Infizierten kann es anschließend zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder der Nervenbahnen kommen – im Extremfall kann die Krankheit lebensbedrohlich sein.

Eine Gefahr für eine FSME-Infektion besteht dem Amt zufolge fast ausschließlich in Süddeutschland. Risikogebiete liegen vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Südhessen. In Rheinland-Pfalz gilt nur der Landkreis Birkenfeld als Risikogebiet. «Dort sollte man sich, wenn man viel draußen unterwegs ist, impfen lassen», sagte Ginkel. Anders bei Borrelien: Hier besteht laut LUA in allen Teilen Deutschlands die Gefahr einer Infektion. Die Möglichkeit zur vorbeugenden Impfung gibt es hier aber nicht.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.