Friedenswanderung

07. Juli 2020 07:42; Akt: 07.07.2020 08:15 Print

Friedlicher Protest gegen Atomwaffen in der Eifel

BÜCHEL – Für rund 100 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden ist an dem fünftägigen Protest ein «abstraktes Thema greifbar» geworden.

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Die Wehrverwaltung hatte Ican und IPPNW die Genehmigung für die «Aktionstage» verweigert, ein Eilantrag der Demonstranten beim Verwaltungsgericht Koblenz war jedoch erfolgreich. (Bild: Twitter)

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Auf dem Militärflugplatz Büchel im Kreis Cochem-Zellt liegen nach bislang unbestätigten Informationen die rund 20 letzten US-Atombomben in Deutschland. Aus diesem Grund hat die Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) «Aktionstagen» gegen Atomwaffen organisiert. «Hier ist für viele Leute dieses abstrakte Thema greifbar geworden, wir haben viele gute inhaltliche Workshops gehabt», sagte Anne Balzer von Ican zufrieden. Rund 100 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden hätten sich an dem fünftägigen Protest beteiligt, der an diesem Dienstag (7. Juli) enden sollte.

Zu dem Protest mit Mahnwachen, Workshops und Vorträgen gehörte auch eine Wanderung um das Militärgelände herum. Am Dienstag wollten die Aktivisten bei Büchel einen Jahrestag mit einer überdimensionalen, selbst gebastelten Torte feiern: Genau drei Jahre zuvor, am 7. Juli 2017, hatten 122 Staaten den Atomwaffenverbots-Vertrag angenommen. Die Abrüstungsorganisationen Ican und Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) kritisierten allerdings, die Bundesregierung halte «an der nuklearen Teilhabe fest und plant sogar den Kauf von atomwaffenfähigen Kampfjets zum Transport der in Büchel stationierten US-Atomwaffen».

Aktivisten besetzen das Haupttor des Bundeswehr-Stützpunkts

Ican-Sprecherin Balzer sprach am Montagnachmittag von einem bis dahin friedlichen Verlauf der «Aktionstage». Einige Aktivisten, die nicht zu Ican und IPPNW gehörten, hätten sich vor das Haupttor des Bundeswehr-Fliegerhorsts gesetzt und seien ohne Zwischenfälle weggetragen worden.

Die Wehrverwaltung hatte Ican und IPPNW die Genehmigung für die «Aktionstage» beim Militärgelände verweigert, ein Eilantrag der Demonstranten beim Verwaltungsgericht Koblenz dagegen war jedoch erfolgreich gewesen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz lehnte eine Beschwerde der Wehrverwaltung dagegen ab.

Von diesem Mittwoch bis Samstag (8. bis 11. Juli) waren die «Online-Aktionstage» der Stopp Air Base Ramstein Kampagne mit Vorträgen und Diskussionsrunden geplant. Coronabedingt fällt der traditionelle Protest in Kaiserslautern aus. «Gerade in Zeiten, in denen der US-amerikanische Drohnenkrieg nicht mehr nur geduldet wird, sondern Deutschland auch noch seine eigenen Drohnen bewaffnen möchte, müssen wir aktiv sein», betonten die Veranstalter.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhaleWhisperer am 07.07.2020 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Diese alten Bomben könnten jetzt wirklich entsorgt werden, oder? Das Gerät ist doch "abschreckungsstrategisch" längst überholt.

  • Marco am 07.07.2020 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Daat eischt Sennvollt sait ech di eischten kéier daat Wuert Covid-19 héieren hun!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 07.07.2020 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Daat eischt Sennvollt sait ech di eischten kéier daat Wuert Covid-19 héieren hun!

  • WhaleWhisperer am 07.07.2020 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Diese alten Bomben könnten jetzt wirklich entsorgt werden, oder? Das Gerät ist doch "abschreckungsstrategisch" längst überholt.