Bei Kaiserslautern

19. Mai 2017 18:48; Akt: 19.05.2017 18:49 Print

«Fuel Dumping» -​​ Flugzeug versprüht Kerosin

KAISERSLAUTERN - Über der Westpfalz hat ein Flugzeug 54 Tonnen Kerosin abgelassen. Das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz fordert nun Untersuchungen.

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Ein Flugzeug hat wegen eines Notfalls Tonnen von Treibstoff über der Westpfalz abgeladen. (Bild: DPA/Frank Rumpenhorst)

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Das Flugzeug, das in dieser Woche 54 Tonnen Kerosin über der Westpfalz abgelassen hat, ist kein Einzelfall: Vergangenes Jahr wurden sechs Fälle von sogenanntem Fuel Dumping über Rheinland-Pfalz gezählt. Im gesamten deutschen Luftraum sei dies 16 Mal im Jahr 2016 vorgekommen, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen am Freitag auf Anfrage mit. Pro Jahr gebe es in Deutschland bei drei Millionen Flugbewegungen zwischen 20 und 30 Fälle - «das kostet die Fluggesellschaften wahnsinnig viel Geld», sagte eine DFS-Sprecherin.

Das Flugzeug der Linie «Air Canada» war am Montagabend vom Frankfurter Flughafen aus unterwegs nach Kanada. Der Pilot sei zunächst eine Schleife geflogen und habe wegen Hydraulikproblemen der Flugsicherung mitgeteilt, dass er umkehren müsse. Die Lotsen hätten den Piloten dann angewiesen, das Kerosin über dem dünn besiedelten Gebiet zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern abzulassen.

Notverfahren zum Gewichtsverlust

Eine Landung mit einem voll betankten Flugzeug ist der DFS zufolge sehr gefährlich: Es bestehe erhöhte Brandgefahr, außerdem sei die Statik des Flugzeugs nicht auf eine Landung mit vollem Tank und somit erhöhtem Gewicht ausgelegt. Details zum Problem mit der Hydraulik im aktuellen Fall sind der DFS nicht bekannt. Diese müsse der Pilot auch nicht mitteilen - «es geht in so einer Situation vor allem um die Problembehandlung im Flugzeug», sagte die Sprecherin der Flugsicherung.

Beim Fuel Dumping handelt es sich nach Angaben der Bundesregierung um ein Notverfahren, das Flugzeugen eine sichere Kontrolle der Landung mit nicht zu viel Gewicht ermöglichen soll, etwa bei einer Notlandung kurz nach dem Start. Jeder Fall muss genehmigt werden. Die Flugsicherung weist dem Piloten dann ein großflächiges Gebiet zum Ablassen zu. Im Jahr 2015 seien über 600 Tonnen Kerosin von Flugzeugen über Deutschland abgelassen worden.

Umstritten ist, wie viel Kerosin während des Ablassens im Flug auf dem Boden aufkommt, beziehungsweise, wie viel verdunstet und in der Atmosphäre verbleibt. Die letzte Untersuchung zu den Folgen für die Umwelt ist bereits 25 Jahre her, wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium mitteilte. Auf Antrag aus Rheinland-Pfalz habe daher die Umweltministerkonferenz Anfang Mai die Bundesregierung zu einer erneuten Untersuchung des Umfangs und der Auswirkungen von Fuel Dumping aufgefordert.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fränk am 20.05.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde die Bordtoilette nicht auch bei der Gelegenheit geleert? Es fällt ja nicht auf, weil laut Experten alles im Orbit verfliegt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fränk am 20.05.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde die Bordtoilette nicht auch bei der Gelegenheit geleert? Es fällt ja nicht auf, weil laut Experten alles im Orbit verfliegt.