Wallonien

15. Februar 2017 14:58; Akt: 15.02.2017 18:52 Print

«Größer als Eurodisney»: Neuer Freizeitpark geplant

DURBUY - Ein 350 Hektar großer Freizeitpark soll im belgischen Durbuy entstehen. Gegen das 100-Millionen-Euro-Vorhaben regt sich aber Protest.

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Im Februar 2017 stellte der Investor Marc Couke das Projekt vor Ort vor. (Bild: Screenshot Facebook/ADL)

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Im belgischen Durbuy (Wallonien) wollen Investoren einen 350 Hektar großen Naturerlebnispark errichten, wie das Luxemburger Wort und andere Medien melden: Bis 2020 sollen 100 Millionen Euro investiert werden, um das «Adventure Valley» zu realisieren.

Durbuy stellt mit seinen 11500 Einwohnern die kleinste Stadt Belgiens dar. Die ebenfalls Durbuy benannte Kernortschaft gilt als zweitkleinste Ortschaft mit Stadtrechten und liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich vom luxemburgischen Ulflingen.

«Größer als Eurodisney»

In der grünen Idylle gibt es durchaus schon einigen Tourismus: So lockt bereits seit 1964 die Anlage «La Petite Merveille» Besucher an – mittlerweile etwa mit Gelegenheiten zu Kajakfahrten, Radtouren oder Kletterpartien für Privatleute, Unternehmen und Schulen.

Jetzt wollen die Betreiber in rund zwei Kilometern Entfernung zum bisherigen Standort nochmal gründlich erweitern: «Der Park wird größer als Eurodisney», sagte Investor Mark Couke bei einer Pressekonferenz vor Ort im Februar. Sein Partner Bart Maerten beteuerte, das Konzept sei aber grundsätzlich anders: Der neue Park werde die Natur respektieren und «nichts von einem Rummelplatz haben».

130 Hektar Wald

Die Unternehmer haben bereits einen Campingplatz, ein Feriendorf, eine größere Waldparzelle und mehrere Geschäfte im Zentrum von Durbuy erworben, schreibt das Luxemburger Wort. 130 Hektar Wald, das entspricht ungefähr ein Drittel der Fläche des Kirchberg-Plateaus, wollen die Investoren von der Province de Luxembourg über 50 Jahre anmieten. Die Investoren erwarten bis zu 10.000 Besucher pro Tag, außerdem die Schaffung von 100 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2020.

Gegen das Vorhaben regt sich aber auch Protest: So bezeichnet etwa die eigens geschaffene Internetseite www.sos-durbuy.be das Projekt als «größenwahnsinnig», es gebe ohnehin «genug touristische Aktivitäten in Durbuy». Die Betreiber der Seite, offenbar vor allem Bewohner Durbuys, fordern «eine ökologische, wirtschaftliche und soziale Studie über das gesamte Projekt».

Der Investor Mark Couke (52) war 1987 an der Gründung des Pharmakonzerns «Omega Pharma» maßgeblich beteiligt, der in den darauffolgenden Jahren stetig wuchs, unter anderem durch Übernahme von Produkten der Pharmakonzere Pfizer und GlaxoSmithKline. 2014 wurde «Omega Pharma» selbst durch «Perrigo» übernommen – für 3,6 Milliarden Euro.

(Frank Goebel/L'essentiel)

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