Grenz-Verkehr

15. Februar 2018 11:14; Akt: 15.02.2018 12:23 Print

Luxemburg erteilt Bahn-​​Saarstrecke erneute Absage

LUXEMBURG/SAARBRÜCKEN – Die Saar-Grünen fordern eine Direktverbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg-Stadt. Das Großherzogtum zeigt den Nachbarn die kalte Schulter.

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Laut Dany Frank vom luxemburgischen Verkehrsministerium ist die Nachfrage der Grenzgänger durch den Expressbus zwischen Luxemburg und Saarbrücken gedeckt. (Bild: Editpress/Jgarroy)

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Tagtäglich pendeln rund 8500 Saarländer über die Grenze, um im Großherzogtum ihrer Arbeit nachzugehen. Verglichen mit den Grenzgängern aus der Wallonie, Lothringen und Rheinland-Pfalz stellen sie die kleinste Gruppe dar. Dennoch steigt auch die Zahl der Saarländer, die in Luxemburg arbeiten, Jahr für Jahr weiter an.

Gegenüber den anderen Grenzgängern haben die Saarländer aber einen entscheidenden Nachteil: die Verkehrsanbindung. Zwar pendeln täglich Busse von Saarbrücken nach Luxemburg, allerdings gibt es nach wie vor keine direkte Bahnverbindung zwischen den beiden, für die Großregion wichtigen Städten. Bisher müssen die Saarländer auf den Bus zurückgreifen oder aber in Trier oder Metz umsteigen.

Wenig Begeisterung in Luxemburg

«Die verkehrliche Anbindung mit Bus und Bahn ist trotz der vielen Pendler äußerst schlecht», sagt der saarländische Grünen-Chef Markus Tressel. Weil das Großherzogtum weiter wachse und es dadurch künftig noch mehr Grenzgänger gebe, müsse auch der Neubau der Strecke in Betracht gezogen werden.

Er und seine Partei fordern daher «endlich eine direkte Bahnverbindung gemeinsam mit Luxemburg auf den Weg zu bringen.» Diesbezüglich spricht sich Tressel für eine gemeinsame Regierungskommission beider Länder aus, um gemeinsame Projekte, wie die Bahnverbindung, vorantreiben zu können. «Luxemburg eröffnet dem Saarland – gerade dem ländlichen Norden – auch wirtschaftlich viele Chancen. Die Verkehrsanbindung ist dafür die Grundvoraussetzung.»

In Luxemburg stößt die Idee einer neuen Direktverbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg auf wenig Begeisterung. «Diese Forderung besteht seit einiger Zeit», erklärt Dany Frank vom luxemburgischen Verkehrsministerium gegenüber L'essentiel. Eine Machbarkeitsstudie habe jedoch ergeben, dass «die Busverbindung zwischen den beiden Städten der Nachfrage der Grenzgänger gerecht werde». Der Expressbus, der von den CFL und dem Unternehmen Emile Weber betrieben wird, fährt 15 Mal pro Tag. Er ist eine Stunde und 15 Minuten lang unterwegs und kostet pro Fahrt neun Euro.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Doe am 15.02.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: "Eine Machbarkeitsstudie habe jedoch ergeben, dass «die Busverbindung zwischen den beiden Städten der Nachfrage der Grenzgänger gerecht werde». Nun, eine weitere Machbarkeitsstudie würde ergeben, dass eine Zugverbindung der Nachfrage ebenfalls gerecht werden würde... In diesem Sinne: ICE Luxemburg Saarbrücken. Danke.

  • Loly am 15.02.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Eng direkt Zuchverbindung bis op Saarbrécken wier gutt. An dat net nëmmen fir d'Pendler déi an onsem Land schaffen, nee och fir d'Leit aus Lëtzebuerg. Dat éiwegt Ëmklammen sief et zu Tréier oder zu Metz (wéi och hei am Artikel steet) bréngt et net an ass duerchaus beschwéierlech.

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  • Aremséileg am 15.02.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ma do gesäit een dat fir eisen Ministère Frontalier'en vun engem Land méi wëllkomm sinn wéi Frontalier'en vun engem aneren Land. Et ass aremséileg wéi schlecht eis Zuchverbindungen mat Däitschland sinn an hirem Héchstgeschwindegkeetsnetz. An dann tuuten se awer iwert d'Groussregioun. Dobäi ass Däitschland Wirtschaftsmotor vun der EU an Frankraich Schlussliicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 15.02.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et klappt dach elo schon hannen a vir net. dGare an der Staadt ass ze kleng vir alles ze bewältegen an et ass net genuch Material do vir dat alles ze fueren...

  • John Doe am 15.02.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: "Eine Machbarkeitsstudie habe jedoch ergeben, dass «die Busverbindung zwischen den beiden Städten der Nachfrage der Grenzgänger gerecht werde». Nun, eine weitere Machbarkeitsstudie würde ergeben, dass eine Zugverbindung der Nachfrage ebenfalls gerecht werden würde... In diesem Sinne: ICE Luxemburg Saarbrücken. Danke.

  • Saupreis am 15.02.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht schon eine Bahnlinie nach Saarbrucken, wenn eseine Flugverbindung dahin gibt. ;-)

  • Jo mee am 15.02.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Waat vergiess gëtt ze soën ass vu wem déi Zuchstreck soll finanzéiert ginn. D'Saarlanfd huet ganz lang gebraucht bis sie mol de Sënn erkannt hunn dass sie d'Autobunn Richtung Lëtzebuerg op 4 Spueren iwwerall sollen ausbauen. An elo soll wa méig¨éch Letzebuerg hinnen eng Eisebunnslinn bauen ????

  • Aremséileg am 15.02.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ma do gesäit een dat fir eisen Ministère Frontalier'en vun engem Land méi wëllkomm sinn wéi Frontalier'en vun engem aneren Land. Et ass aremséileg wéi schlecht eis Zuchverbindungen mat Däitschland sinn an hirem Héchstgeschwindegkeetsnetz. An dann tuuten se awer iwert d'Groussregioun. Dobäi ass Däitschland Wirtschaftsmotor vun der EU an Frankraich Schlussliicht.

    • Jang am 15.02.2018 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Richteg vir eis Regierung zielen just d'Frankofonen

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