An Grundschulen

25. September 2016 16:05; Akt: 25.09.2016 16:13 Print

Saarland will Islam-​​Unterricht weiter ausbauen

Seit gut einem Jahr erhalten Dutzende Kinder an Grundschulen im Saarland islamischen Religionsunterricht. Das Angebot wird gut angenommen und soll nun ausgebaut werden.

storybild

Kulturminister Ulrich Commerçon will den Islam-Unterricht an saarländischen Grundschulen ausbauen. (Bild: DPA/Birgit Reichert)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der im vergangenen Schuljahr gestartete islamische Religionsunterricht an Grundschulen im Saarland soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. «Das ist auf jeden Fall das Ziel», sagte Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Es gibt seiner Ansicht nach nicht nur eine verfassungsrechtliche Verpflichtung, islamischen Religionsunterricht anzubieten: «Ich halte es auch für notwendig, weil das mit gesellschaftlicher Teilhabe zu tun hat.»

Der Ausbau hänge vor allem von der Verfügbarkeit von geeigneten Lehrern ab: «Es gibt kein Stellenproblem, das ist ein Fachkräfteproblem.» Nach dem ersten Schuljahr, in dem zwei Lehrer vier Gruppen von Kindern islamischen Religionsunterricht erteilten, befinde sich eine dritte Lehrkraft kurz vor Abschluss einer Zusatzausbildung. Mit dem zweiten Jahrgang werden jetzt etwa 100 Kinder unterrichtet. Derzeit besuchen mehr als 9000 Kinder muslimischen Glaubens die Schulen im Saarland.

Ethikunterricht ab der 5. Klasse

Der Umfang des künftigen islamischen Religionsunterrichts hänge sowohl von der Nachfrage als auch von den Lehrkräften ab. Bisher gebe es Lehrpläne nur für die beiden ersten Jahrgangsstufen, an den Plänen für ältere Schüler werde gearbeitet. Der Schwerpunkt liegt in Saarbrücken und Völklingen. «Das wird jetzt erst einmal aufwachsen in der Grundschule an diesen Standorten», sagte Commerçon. Muslimische Kinder müssten «die Möglichkeit haben, sich mit ihrer Glaubens- und Religionstradition auch in einem geschützten Raum auseinandersetzen zu können». Ein solcher Raum sei die Schule.

Der Ethikunterricht von der 5. Jahrgangsstufe an sei ein Ersatzunterricht für die steigende Zahl von Kindern, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen wolle. «Ich finde, wir brauchen ganz dringend Wertorientierung, eine Auseinandersetzung mit fundamentalen philosophischen Fragen rund ums Leben.»

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos. am 26.09.2016 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch christlichen Religionsunterricht in moslemischen Ländern?

  • Gru am 25.09.2016 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sou soll ëtt sin ! Do kann Lëtzëbuerg sëch eng Nuess dovun huelen !

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jos. am 26.09.2016 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch christlichen Religionsunterricht in moslemischen Ländern?

  • Gru am 25.09.2016 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sou soll ëtt sin ! Do kann Lëtzëbuerg sëch eng Nuess dovun huelen !

    • Kevin am 26.09.2016 07:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ech mengen awer, datt Lëtzebuerg den Daitschen hei och erem eng ganz laang Nues viraus ass.

    • Antigru am 26.09.2016 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gru Wat soll dorun gudd sin, wann d'Kanner vun Klengem un dogmatiséiert gin an net léieren, hiert Gehier selwer ze benotzen fir frei ze denken?! Reliounsunterricht ass dach déih mettelalterlech Method, fir d'Leit ze ënnerdrëcken, andems se Märercher gezielt kréien, déih sie gezwongen gin ze gleewen! ...

    einklappen einklappen