Saarbrücken

11. Dezember 2017 16:53; Akt: 11.12.2017 17:11 Print

Schweiger mit klaren Worten bei Besuch an der Saar

SAARBRÜCKEN – Til Schweiger ist ein Mann klarer Worte. Auch im Internet werde er weiter fiese Kommentare veröffentlichen, erklärte er am Montag in Saarbrücken.

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Sefietime! Fans mit Til Schweiger in Saarbrücken. (Bild: DPA/Oliver Dietze)

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Til Schweiger lässt sich nicht davon abbringen. Ja, er werde auch weiterhin persönliche Hass-Nachrichten an ihn auf seiner Facebook-Seite mitsamt Absender veröffentlichen. «Das ist mein gutes Recht. Und das ist meine Seite, da kann ich schreiben, was ich will», sagte der 53-Jährige am Montag bei einem Fan-Besuch in Saarbrücken. Juristisch hat er dafür gerade grünes Licht bekommen: In einem Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken war die Klage einer Saarländerin abgewiesen worden, die Schweigers Facebook-Post mit ihren Vorwürfen und Beleidigungen an den Filmstar gelöscht bekommen wollte.

Am Sonntag postete Schweiger auf seiner Facebook-Seite wieder einen Chat-Angriff, in dem es erneut um seine immer wieder falsch verbreitete angebliche Ankündigung ging, beim Einzug der AfD in den Bundestag Deutschland zu verlassen. «Na du Doof!», leitete der Schauspieler seine Antwort ein. Ohne harte Worte gehe es bei ihm eben manchmal nicht, sagte er. «Ich habe zwar Abitur, aber eigentlich bin ich nur so, wenn ich so angegangen werde.»

Eine andere Möglichkeit sei, solche Nachrichten zu ignorieren – aber nicht für ihn: «Ich bin eben so. Warum soll ich darüber wegsehen? Bin ja der einzige, der darauf aufmerksam macht.» Vieles betrachte er bei Facebook mit Sorge: «Die Gesellschaft verroht auf einer ziemlich breiten Basis und Facebook unternimmt nichts dagegen. Verstöße von Politikern, die versacken oder versanden. Es ist traurig und ich finde es auch gefährlich.»

Auch bei dem Saarbrücker Fall, der noch nicht rechtskräftig ist, ging es um die Fake News über AfD und Schweigers Deutschland-Verlassen. Und dass Schweiger am Montag lässig in Turnschuhen, Jeans und blauem Strickpulli im Saarbrücker Rathaus Dutzende Selfies machte und reichlich Autogramme gab, hing auch mit dem Prozess vom November zusammen. Da war Schweiger nämlich nicht persönlich erschienen, sondern hatte seine Anwältin geschickt.

Schweiger mit Fans im Festsaal des Saarbrücker Rathauses. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

«Ich habe gehört, dass da viele ein bisschen traurig waren», sagte er. Daher habe er das nun mit seinem Kurz-Besuch an der Saar wieder wettmachen wollen. «Ich finde es toll, dass er gekommen ist», sagte Gerd Frank (46) aus Saarbrücken. Absolut ok ist seiner Ansicht nach auch, dass Schweiger Hass-Nachrichten veröffentliche und somit die Schreiber «an den Pranger stellt».

Sascha Müller sieht das anders: «Für mich ist das nicht in Ordnung, ich sehe da das Persönlichkeitsrecht verletzt». Als provozierend habe er auch empfunden, dass Schweiger just an dem Tag der Gerichtsverhandlung in Saarbrücken Fotos aus der sonnigen Toskana gepostet habe. «Das war nicht aus dem Urlaub. Das war eine Berufsreise», sagte Schweiger dazu. Außerdem habe er ja bereits am Abend seinen Fans geschrieben, dass er seinen Besuch an der Saar nachholen werde. «Und weil ich eigentlich immer das halte, was ich ankündige oder verspreche, bin ich heute hergekommen.»

Der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) gab er beim Eintrag ins Gästebuch auch ein Versprechen. Er werde 2019 zum 40. Filmfestival Max Ophüls Preis wieder kommen. Das freute Britz sehr, die Schweiger ins Rathaus eingeladen hatte, wo er im Festsaal seine Fans gebührend empfangen konnte.

Schweiger mit der Saaerbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jackie O. am 12.12.2017 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann beide nicht leiden, die AfD nicht und Til Schweiger auch nicht. Sind mir alle suspekt.

  • Joachim Datko am 11.12.2017 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die AfD ist eine respektable Partei und sicherlich eine Bereicherung für den Bundestag. Die AfD hat recht, wenn sie sich gegen die Masseneinwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika wendet. Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jackie O. am 12.12.2017 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann beide nicht leiden, die AfD nicht und Til Schweiger auch nicht. Sind mir alle suspekt.

  • Joachim Datko am 11.12.2017 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die AfD ist eine respektable Partei und sicherlich eine Bereicherung für den Bundestag. Die AfD hat recht, wenn sie sich gegen die Masseneinwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika wendet. Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

    • de Rouden am 11.12.2017 21:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Joachim Datko Haben Sie solange studiert um so eine bornierte Sicht der Dinge zu erlangen? Ist es das was Sie uns mit Ihrem Kommentar, mitsamt Angaben zu ihrem Bildungsgrad, mitteilen wollten?

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