In Ludwigshafen

24. April 2018 12:53; Akt: 24.04.2018 12:51 Print

Anklage nach Explosion bei BASF erhoben

LUDWIGSHAFEN - Fünf Tote, 45 Verletzte, ein immenser Schaden: Im Oktober 2016 erschütterte eine Explosion beim Chemieriesen BASF in Ludwigshafen die Region.

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Die verheerende Explosion in Ludwigshafen hat nun für einen Mitarbeiter einer Spezialfirma ein juristisches Nachspiel. (Bild: Uwe Anspach)

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Die Explosion bei der BASF im Oktober 2016 könnte nun auch das Landgericht Frankenthal beschäftigen. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat Anklage gegen einen 62-Jährigen erhoben. Der Mitarbeiter einer Spezialfirma für Rohrleitungsbau soll am 17. Oktober 2016 in Ludwigshafen eine falsche Leitung angeschnitten und damit die Explosion verursacht haben, bei der fünf Menschen starben und mit ihm 45 verletzt wurden. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, ist er wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagt.

Angestellte der Spezialfirma waren schon vier Tage vor dem Unglück in einem etwa 20 Meter breiten Rohrgraben eingesetzt, in dem 38 Leitungen liegen - für Dampf, Brunnen- und Abwasser sowie für brennbare Chemikalien. Im Auftrag der BASF sollten sie bei einer entleerten Leitung für «Propylen flüssig 95 Prozent» einen «Dehnungsbogen» austauschen, ein Element zum Spannungsausgleich. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal geht nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass der Angeschuldigte diese entleerte Propylenleitung mit einem Winkelschleifer abtrennen sollte. Sie wirft dem 62-Jährigen vor, aus Unachtsamkeit ein neben der Leitung liegendes Rohr aufgeschnitten zu haben. Das Butengemisch in dieser Leitung lief aus und entzündete sich durch den Funkenflug der Handmaschine.

Der Brand löste im Landeshafen Nord der BASF weitere Feuer in anderen Rohren aus. Etwa sechs Minuten nach dem verhängnisvollen Schnitt explodierte eine Ethylen-Ferngasleitung. Auch der mutmaßliche Verursacher des Unglücks wurde schwer verletzt. Er habe durch seinen Verteidiger vortragen lassen, dass er keine Erinnerung an den Vorfall habe und die Folgen außerordentlich bedauere, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Das Landgericht Frankenthal entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens. Dem Mann droht eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Auf dem Gelände des Chemieunternehmens BASF erinnert seit vergangenem Jahr ein Gedenkort an das tödliche Unglück. In die vier Stelen an der Feuerwache Nord sind die Namen der gestorbenen Feuerwehrleute eingraviert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Lehren aus dem Unglück gezogen. So soll eine verbesserte Kennzeichnungsmethode helfen, das Risiko von Verwechslungen bei Arbeiten an Rohrleitungen weiter zu senken. Bei Schneidearbeiten sollen Arbeiter nur noch funkenarme Werkzeuge verwenden.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luxusburger am 03.05.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen et en Hohn lo get den Aarbechter ugekloot vir eppes wat hätt vermieden kënne gin wann BASF seng Aarbecht richteg gemeet hätt. Nee lo nom Ongleck stellen se fest dass se Ännerungen musse maan Lachhaft as dat

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luxusburger am 03.05.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen et en Hohn lo get den Aarbechter ugekloot vir eppes wat hätt vermieden kënne gin wann BASF seng Aarbecht richteg gemeet hätt. Nee lo nom Ongleck stellen se fest dass se Ännerungen musse maan Lachhaft as dat