Aus der Grossregion

12. Juni 2019 17:28; Akt: 12.06.2019 17:49 Print

Arztbesuche bald grenzenlos im Grenzgebiet

SAARBRÜCKEN – Wer als Deutscher in Frankreich in medizinische Not gerät, soll dort in Zukunft problemlos zum Arzt gehen können. Und umgekehrt, wie es am Mittwoch hieß.

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Künftig soll ein Arztbesuch im gesamten deutsch-französischen Grenzgebiet möglich sein. (Bild: Maurizio Gambarini)

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Zwischen Frankreich und dem Saarland gibt es künftig in vielen Fällen grenzüberschreitend ärztliche Hilfe. Vor allem in Notfällen wird es künftig im betreffenden Grenzraum keine Rolle mehr spielen, ob ein Patient in Deutschland oder in Frankreich krankenversichert ist. Dies sieht ein Abkommen vor, das am Mittwoch von Behörden, Krankenkassen und Krankenhäusern unterzeichnet wurde. «Was lange währt, wird endlich gut», erklärte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) im französischen Forbach.

Zunächst für einzelne Gemeinden

Auf deutscher Seite gilt das Abkommen zunächst für die Gemeinden des Regionalverbandes Saarbrücken sowie für die Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal (Saarpfalz-Kreis), auf französischer Seite für Ostmoselgemeinden, darunter auch Forbach und Saargemünd.

Krankenkasse muss nicht im Voraus informiert werden

Zunächst können Patienten der Kardiologie, der Neurochirurgie und bei Mehrfachverletzungen Gesundheitsleistungen auch im Nachbarland in Anspruch nehmen. Eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse ist nicht mehr erforderlich. Geplant ist, auch Fälle in der Neonatologie (Neugeborenenmedizin), Nuklearmedizin und Rehabilitation aufzunehmen.

Optimale Versorgung stehe an erste Stelle

«Nach einem Herzinfarkt sollte es keine Rolle spielen, ob das nächste Herzzentrum in Deutschland oder Frankreich steht – entscheidend ist, dass der Patient optimal behandelt wird», sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Thomas Gebhart (CDU). Mit der Vereinbarung verbesserten Deutschland und Frankreich den wohnortnahen Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung. «So wird Europa für die Menschen im Alltag erfahrbar.»

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 12.06.2019 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalös dass bislang das nicht so ist und dass nur der Notfall gilt, enorme Einsparungen beim Zahnarzt z.B. wären auch noch möglich. Ich habe selbst erlebt dass der Arzt einen Verdacht eines Aderrisses im Kopf geäussert hat aber ein Termin im Scanner erst in 2-3 Monaten möglich wäre ! Von Todesängsten getrieben habe ich die Klinik in Saarbrücken angerufen, bei dem Verdacht haben die mir am gleichen Tag ein CT gemacht, bezahlt habe ich aus meiner Tasche ! ( das war vor 20 Jahren )

  • Tom Meier am 14.06.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Europa für die Menschen im Alltag erfahrbar. Abartig. Die Abkommen zur Nutzung der Krankenkassenkarten im Notfall dort wo man sich gerade aufhält (Nachbarland), sichern diese Versorgung seit langem. Aber die Umsetzung. Man höre im Notfall (ich lebe in Frankreich, habe Karte der CNS) und habe in Notfall in Deutschland (August 2018). Der Abrechnungszirkus hat 6 Monate gedauert AHCTUNG: NOTFALL), bis der letzte Verwaltungshengst gecheckt hat, dass meine luxemb. Karte exakt dafür nutzbar ist, der Verwaltungshengst aber aber seine Arbeit nicht ordentlich gemacht hat. Armselig

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  • Tom Meier am 14.06.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Europa für die Menschen im Alltag erfahrbar. Abartig. Die Abkommen zur Nutzung der Krankenkassenkarten im Notfall dort wo man sich gerade aufhält (Nachbarland), sichern diese Versorgung seit langem. Aber die Umsetzung. Man höre im Notfall (ich lebe in Frankreich, habe Karte der CNS) und habe in Notfall in Deutschland (August 2018). Der Abrechnungszirkus hat 6 Monate gedauert AHCTUNG: NOTFALL), bis der letzte Verwaltungshengst gecheckt hat, dass meine luxemb. Karte exakt dafür nutzbar ist, der Verwaltungshengst aber aber seine Arbeit nicht ordentlich gemacht hat. Armselig

  • Julie am 12.06.2019 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalös dass bislang das nicht so ist und dass nur der Notfall gilt, enorme Einsparungen beim Zahnarzt z.B. wären auch noch möglich. Ich habe selbst erlebt dass der Arzt einen Verdacht eines Aderrisses im Kopf geäussert hat aber ein Termin im Scanner erst in 2-3 Monaten möglich wäre ! Von Todesängsten getrieben habe ich die Klinik in Saarbrücken angerufen, bei dem Verdacht haben die mir am gleichen Tag ein CT gemacht, bezahlt habe ich aus meiner Tasche ! ( das war vor 20 Jahren )