Belgien

27. Oktober 2020 14:26; Akt: 27.10.2020 14:40 Print

Ärzte und Pfleger arbeiten trotz Corona-​​Infektion

LÜTTICH – In den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich arbeitet das medizinische Personal nach Gewerkschaftsangaben oft trotz einer Infektion weiter.

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Die Provinz Lüttich ist besonders vom Coronavirus betroffen. (Bild: DPA/Jonas Roosens)

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Dutzende Ärzte und Pfleger in den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich sind nach Angaben von Gewerkschaftern trotz Infektion mit dem Coronavirus im Dienst. «Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung», sagte Philippe Devos vom belgischen Verband der medizinischen Gewerkschaften am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln.

Belgien ist nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC EU-weit das Land mit den meisten Corona-Infektionen binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner - dieser Wert lag am Dienstag bei 1390,9.

Insbesondere die Krankenhäuser in der Provinz Lüttich, aber auch in anderen Regionen sind überlastet. Zuletzt wurden Patienten in andere belgische Regionen und teils auch über die deutsche Grenze nach Aachen verlegt. Vergangene Woche kamen nach Behördenangaben täglich im Schnitt gut 500 infizierte Menschen ins Krankenhaus - ein Plus von 88 Prozent im Vergleich zur Woche davor.

Ohne Symptome weiter arbeiten

Devos selbst leitet die Intensivstation in einer Klinik in Lüttich im französischsprachigen Teil des Landes. Die Ärzte und Krankenpfleger, die trotz Corona-Infektion arbeiteten, seien symptomfrei, sagte er. In den Krankenhäusern der Region seien sicher mehr als 100 infizierte Pfleger im Dienst. Devos betonte, dass sie ausschließlich infizierte Patienten versorgen. Zudem trügen sie die besten zur Verfügung stehenden Masken. Für sie gebe es einen gesonderten Raum zum Essen. Alle Bedingungen seien so, dass das Risiko einer Ansteckung sehr gering sei.

Über die Situation in den Krankenhäusern der Provinz Lüttich sagte Devos: «Wir haben keinen Platz mehr auf den Intensivstationen, wir haben keinen Platz mehr außerhalb der Intensivstationen.» Patienten, die in die Notaufnahme kämen, würden stabilisiert und dann in Krankenhäuser in Flandern gebracht. So werde man vorgehen, bis alle Krankenhausbetten in Belgien belegt seien. Dann werde man die Qualität der Versorgung herunterfahren - und beispielsweise weniger Pfleger pro Patient einsetzen. Die Zahl der Infizierten pro 100 000 Einwohner lag in Lüttich in den vergangenen zwei Wochen bei 2610.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 27.10.2020 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    WE WANT YOU : Alle die glauben Corona sei nur eine Grippe bitte meldet euch bei den Krankenhäusern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Julie am 27.10.2020 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    WE WANT YOU : Alle die glauben Corona sei nur eine Grippe bitte meldet euch bei den Krankenhäusern

    • WhaleWhisperer am 27.10.2020 22:11 Report Diesen Beitrag melden

      Wer jetzt noch diese verleugnende Haltung zu covid19 hat, der oder die kann jedenfalls nicht in einem Krankenhaus helfen, denn IHM oder IHR SELBST ist nicht mehr zu helfen!

    • Respekt zu Ärzten u. Pflegepersonal am 28.10.2020 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Wieviele Corona-Kranken haben Sie denn schon besucht u. auch gepflegt???

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