Uni-Gastvortrag

14. Juli 2017 13:06; Akt: 14.07.2017 13:31 Print

Asselborn wirbt in Trier für neue EU-​​Asylpolitik

TRIER – Der luxemburgische Außernminister Jean Asselborn hat an der Uni Trier einen Gastvortrag zur Asylpolitik in der EU gehalten. Er fordert eine tiefgreifende Reform.

storybild

Jean Asselborn an der Trierer Uni. (Bild: Sheila Dolman)

Zum Thema

«Ich bin kein Afrika-Kenner. Ich bin kein Migrations-Experte», waren die ersten Sätze des luxemburgischen Außenministers, der im Hörsaal 2 der Universität Trier seine Sicht auf die Migrationspolitik der Europäischen Union (EU) darlegen wollte. Er sei auf Einladung Dr. Johannes Michael Nebes gekommen, der in einem berührenden Brief seine Begeisterung für Afrika ausgedrückt habe.

Als dienstältester EU-Außenminister erwies sich Asselborn natürlich doch als Kenner der europäischen Migrationspolitik – und leidenschaftlicher Diskutant. Bis heute halte er den Flüchtlingsstrom für eine «unzumutbare Belastung» für Griechenland und Italien. Als 2015 in der Folge der Konflikte in den afrikanischen Staaten und im Nahen Osten so viele Flüchtlinge wie nie zuvor nach Europa kamen, seien «europäische Werte nationalen Egoismen gewichen».

Europaweite Umverteilung

Der luxemburgische Außenminister hob hervor, dass eine tiefe Reform des Asylsystems in Europa notwendig sei, die man nur mit mehr Solidarität und Verantwortungsbewusstsein erreichen könnte. Es müsse eine europaweite Umverteilung geben und legale Einwanderung erleichtert werden.

Wie der Vortragende sieht auch das Referat für Hochschulpolitik des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) der Universität Trier die EU in der Verantwortung. Der Co-Vorsitzende Luca Wagner erklärte, dass die Migrationspolitik für die Studierenden der Universität Trier ein wichtiges Thema sei: «Es ist unsere moralische Verantwortung in Europa, den Menschen zu helfen.»

«Alle müssen mitmachen»

Mit dem Relocation-Programm, das der Europäische Rat verabschiedet hat, hätte die EU Struktur in die Migrationspolitik gebracht, so Asselborn. Das Programm sieht eine Umverteilung von insgesamt 160.000 Flüchtlingen in Europa in Abhängigkeit von Bevölkerungsgröße und Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten innerhalb von zwei Jahren vor. Doch Asselborn hält die Verhandlungen und die Asylpolitik für «hoffnungslos festgefahren». Er resümiert: «Wenn nicht alle mitmachen, funktioniert es nicht.» Man habe jahrelang beide Augen zugedrückt und das Problem nicht sehen wollen.

Organisiert hatte die Veranstaltung die Hochschulgruppe «Ansätze für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Afrika» der Universität Trier.

(L’essentiel/fgg)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gru am 23.07.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann haaten déi Tréierer och mol neess eppes fir ze laachen! Der luxemburger Cloon war in Trier anwesend und hielt eine geschwungene Laudatio :-))

  • Frank am 14.07.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann halt eigenständige Staaten nicht dazu zwingen mitzumachen, nur weil sie sich einer Wirtschaftsunion angeschlossen hatten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gru am 23.07.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann haaten déi Tréierer och mol neess eppes fir ze laachen! Der luxemburger Cloon war in Trier anwesend und hielt eine geschwungene Laudatio :-))

  • Frank am 14.07.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann halt eigenständige Staaten nicht dazu zwingen mitzumachen, nur weil sie sich einer Wirtschaftsunion angeschlossen hatten...