Digitale Rezepte

20. November 2018 17:00; Akt: 20.11.2018 15:18 Print

Auf dem Land zügiger an Medikamente kommen

Ein Rezept beim Apotheker abgeben, ohne hinzufahren? Geht bald auch in Rheinland-Pfalz: eine digitale Sammelstelle scannt das Rezept und übermittelt es.

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Gerade auf dem Land ist die digitale Sammelstelle eine echte Zeit- und Wegersparnis. (Bild: DPA/Sebastian Gollnow)

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Damit Patienten in ländlichen Regionen schneller an ihre Medikamente kommen können, geht in Rheinland-Pfalz die erste digitale Rezeptsammelstelle in Betrieb. Das Gerät werde am 3. Dezember im Hunsrückort Longkamp (Kreis Bernkastel-Wittlich) freigeschaltet, sagte der Sprecher des Landes-Apothekerverbandes, Frank Eickmann, am Dienstag in Mainz. Der Automat scannt das Rezept beim Einführen und überträgt es direkt an die Apotheke. Medikamente könnten sofort bestellt und in der Regel noch am selben Tag an Patienten ausgefahren werden.

Das Terminal in Longkamp ist bundesweit das fünfte. Andere digitale Rezeptsammelstellen gibt es im Saarland, in Baden-Württemberg und in Sachsen. Sie sollen nach und nach die bisherigen Rezeptsammelstellen in Form von Briefkästen ablösen, die es seit vielen Jahren gibt. In Rheinland-Pfalz stehen 66 davon – einer auch bisher in Longkamp. «Da werfen Kunden ihr Rezept hinein, die Apotheke holt in der Regel abends die Rezepte ab und beliefert am nächsten Tag», sagte Eickmann.

Einfach zu bedienen

Solche Stellen werden genehmigt, wenn es im Umkreis von fünf bis sechs Kilometern keine Apotheke gibt. Mit der digitalen Version soll es künftig in Longkamp schneller gehen. Angedockt sind laut Eickmann zwei Apothekeninhaber in Bernkastel-Kues, die im Wechsel den Automaten bedienen.

Bei den digitalen Rezeptsammelstellen gibt es bundesweit zwei Modelle von zwei verschiedenen Herstellern. Der Automat in Longkamp wurde wie der im saarländischen Heusweiler-Kutzhof vom Apothekenrechenzentrum Darmstadt in Hessen entwickelt – und ist für den Einsatz unter freiem Himmel gedacht. Er ist sehr einfach zu bedienen: «Einfach Rezept rein in den Schlitz und fertig», sagte Eickmann. Das Modell in Baden-Württemberg dagegen steht in geschlossenen Räumen – und ist ein bisschen aufwendiger: Der Kunde könne an dem Terminal auch Kontakt mit der Apotheke aufnehmen, per Nachricht oder telefonisch.

Bundesweit erstes Gerät im Saarland

Nach dem Start des bundesweit ersten Gerätes im Januar im Saarland habe man bereits aus ersten Erfahrungen gelernt, sagte Eickmann. Dort sei es an kalten Wintertagen wetterbedingt ein paar Mal zu Ausfällen gekommen. Bei dem Gerät in Longkamp sei nun am Chassis nachgearbeitet worden. Und: Es werde ein kleines Dach über dem Automaten angebracht, um ihn vor Regen und Schnee zu schützen, sagte der Sprecher.

Der digitale Automat habe sich bewährt, sagte der Inhaber der Allee-Apotheke in Heusweiler-Holz, Manfred Saar, der den Prototypen im Saarland bedient. Die anfänglichen kleineren Störungen seien mittlerweile behoben. «Er funktioniert gut.» Die Patienten nähmen ihn gut an: Mehrere hundert Rezepte habe er bereits auf diesem Weg übermittelt bekommen, sagte Saar. «Das ist so in etwa das, was ich früher dem Briefkasten entnommen habe, vielleicht ein paar Rezepte mehr.» Einen Umsatzzuwachs habe er ohnehin nicht geplant. Es sei aber eindeutig einfacher und schneller geworden – für beide Seiten.

(L'essentiel/dpa)

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