Drogenhandel

30. September 2019 13:14; Akt: 30.09.2019 13:59 Print

Darknet: Mann muss 1,5 Millionen Euro zahlen

LANDAU – Ein 33-Jähriger hat einen der größten Online-Shops für illegale Drogen in Deutschland aufgebaut – nun droht ihm nicht nur eine Haftstrafe.

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Zwischen Mai 2015 und April 2016 hatte ein Mann im sogenannten Darknet, einem abgeschotteten Bereich des Internets, im großen Stil unter dem Namen «Chemical Love» mit Drogen gehandelt. (Bild: DPA/Symbolbild)

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Ein 33-Jähriger, der einen der größten Online-Shops für illegale Drogen in Deutschland aufgebaut hat, muss nun neben seiner Gefängnisstrafe auch rund 1,5 Millionen Euro an den Staat bezahlen. Der Betrag errechne sich aus Zahlungen für über 5300 Drogengeschäfte, sagte Richter Markus Sturm am Montag bei der Urteilsverkündung vor dem Landauer Landgericht. Die Kammer ordnete zudem an, den Angeklagten nach fünfeinhalb Jahren Haft in einer Erziehungsanstalt unterzubringen. Dort soll der drogenabhängige Mann eine Therapie beginnen.

Über die Höhe der Haftstrafe wurde hingegen nicht mehr verhandelt. Der Deutsche war im Jahr 2017 wegen Drogenhandels zu fast 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zwischen Mai 2015 und April 2016 hatte er im so genannten Darknet, einem abgeschotteten Bereich des Internets, im großen Stil unter dem Namen «Chemical Love» mit Drogen gehandelt.

Ecstasy und Koks per Mausklick

Der rheinland-pfälzischen Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz zufolge konnten dort unter anderem Kokain, Haschisch, LSD-Trips und Ecstasy-Pillen per Mausklick bestellt werden. Die Drogen wurden demnach in den Niederlanden gekauft, in einem Keller im pfälzischen Rülzheim gebunkert und per Post versandt.

In dem Berufungsprozess ging es im Kern um die Frage, wie hoch die Gewinne des Angeklagten waren. Im ersten Urteil hatten die Richter noch eine Strafzahlung von zehn Millionen Euro gefordert – den mutmaßlichen Verkaufserlös der Drogen in der Internetwährung Bitcoin plus Wertsteigerung. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil 2018 jedoch kassiert.

Der Staatsanwaltschaft zufolge lag dies daran, dass in dem ersten Verfahren der Wert der Bitcoins zu hoch angesetzt worden war. Die Wechselkurse seien zwischen den Taten und dem Prozess aber stark angestiegen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigten an, keine Rechtsmittel einlegen zu wollen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 02.10.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schein dass de Staat nach dorops versingen well...

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  • Rodrigues Raphael am 01.10.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde Drogen soll legal werden Städten zahlen Millionen von Euro nur um Kleinkriminelle die sich berauschen wollen.Drogen können Töten, dass weiß ich aber Drogen sollen legal werden die Regierung soll Drogen die Harmlose sind legal machen und die Drogen die Töten illegal machen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 02.10.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schein dass de Staat nach dorops versingen well...

    • Pablo am 21.10.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Schön Schön nur ist die Frage wie soll der diese Summe bezahlen.

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  • Rodrigues Raphael am 01.10.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde Drogen soll legal werden Städten zahlen Millionen von Euro nur um Kleinkriminelle die sich berauschen wollen.Drogen können Töten, dass weiß ich aber Drogen sollen legal werden die Regierung soll Drogen die Harmlose sind legal machen und die Drogen die Töten illegal machen

    • ech 64 am 02.10.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn Drogen legal wären würde es sehr viele Tote geben

    • Gewusst wie am 02.10.2019 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt nicht op legal oder illegal die Anzahl der Toten ändert sich nicht eher sie verringert sich, weil es nicht mehr interessant ist drogen zu probieren wenn sie legal sind.

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