Rheinland-Pfalz

28. September 2020 10:13; Akt: 28.09.2020 10:42 Print

Datenschützer graut es vor totaler Überwachung

MAINZ – Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte warnt vor einer flächendeckenden Überwachung und fordert eine breite Debatte bei Polizei in den Städten und Schulen.

storybild

Dieter Kugelmann, Datenschutzbeauftragte für Rheinland-Pfalz, graut es vor einer totalen Überwachung. (Bild: DPA/Jörg Carstensen)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann hat vor einer umfassenden Einführung von Techniken zur Gesichtserkennung gewarnt. «Eine flächendeckende, automatisierte Gesichtserkennung in öffentlichen Räumen könnte zu einer Totalüberwachung führen», sagte Kugelmann der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: «Davor graut es mir.»

Vielen Menschen seien die Gefahren einer flächendeckenden, automatisierten Erfassung biometrischer Merkmale noch nicht bewusst. Kugelmann regte eine breite Debatte dazu an, etwa in Stadt- und Gemeinderäten, Schulen und Verbänden. «Auch bei der Polizei muss eine Debatte her. Das Thema betrifft auch die Ebene des Bundes und der EU, dabei will ich mich einschalten.»

« Als Datenschützer sollten wir Open-Source-Systeme empfehlen »

Der Datenschützer warf der IT-Branche vor, schrittweise die Grenzen des Zulässigen auszuloten: «Bei digitalen Entwicklungen verfolgen manche Unternehmen eine Salami-Taktik.» Einzelne Anwendungen könnten zwar sinnvoll sein. «Wenn aber viele solcher Anwendungen miteinander verknüpft werden, mündet das in eine umfassende Überwachung.»

Bei Software-Entwicklungen sei zu beobachten, dass beanstandete Punkte in späteren Versionen behoben würden, sagte Kugelmann. «Wir rennen da ein bisschen hinterher.» Grundsätzlich habe Open-Source-Software beim Datenschutz größere Vorteile, weil von vornherein volle Transparenz gegeben sei. Unternehmen hätten zwar ein berechtigtes Interesse, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu wahren. «Aber für uns ist es immer gut, wenn offene Produkte verwendet werden», sagte Kugelmann. «Ich denke, als Datenschützer sollten wir der Verwaltung empfehlen, verstärkt Open-Source-Systeme zu verwenden.»

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meinung am 28.09.2020 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Den Herr Kugelmann, kann man nur unterstützen, bin selbst Kritiker und finde jetzt schon dass sich die Menschheit in eine Richtung bewegt, die schlimmer ist als zu NS Zeiten, respektive Stasi Zeiten, am besten sieht man wie es in China abläuft, wo Gesichtserkennung im Alltag stattfindet. Leider gibt es keine politische Richtung mehr, die nicht auf diesen Zug aufspringt, keine mir bekannte Partei die konsequent gegensteuert. Die heutige Technik hat zwar tolle Sachen hervorgebracht, aber es wäre Zeit wieder "back to the roots" zu gehen damit man sich wieder frei fühlt, wir sind keine Roboter.

    einklappen einklappen
  • ohhellef am 28.09.2020 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    aber sie machen dies doch nur für unsere Sicherheit!!

  • EinSchelm am 28.09.2020 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht versucht man durch die Gesichtserkennung die Leute dazu zu bringen Ihre Masken zu tragen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ohhellef am 28.09.2020 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    aber sie machen dies doch nur für unsere Sicherheit!!

  • EinSchelm am 28.09.2020 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht versucht man durch die Gesichtserkennung die Leute dazu zu bringen Ihre Masken zu tragen.

    • ohhellef am 28.09.2020 22:58 Report Diesen Beitrag melden

      lol stimmt!!!

    einklappen einklappen
  • Meinung am 28.09.2020 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Den Herr Kugelmann, kann man nur unterstützen, bin selbst Kritiker und finde jetzt schon dass sich die Menschheit in eine Richtung bewegt, die schlimmer ist als zu NS Zeiten, respektive Stasi Zeiten, am besten sieht man wie es in China abläuft, wo Gesichtserkennung im Alltag stattfindet. Leider gibt es keine politische Richtung mehr, die nicht auf diesen Zug aufspringt, keine mir bekannte Partei die konsequent gegensteuert. Die heutige Technik hat zwar tolle Sachen hervorgebracht, aber es wäre Zeit wieder "back to the roots" zu gehen damit man sich wieder frei fühlt, wir sind keine Roboter.

    • klibbertmech am 28.09.2020 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      pffff alles Einheitsbrei,zu den Wahlen werde ich nicht mehr gehen!!!Wieso auch,sie tun doch alle nur was sie wollen,im Moment erkennt man dies ja am besten!!!

    einklappen einklappen