Kein Rekord-Eintrag

10. Juli 2020 08:49; Akt: 10.07.2020 09:17 Print

Er ist noch schiefer als der berühmte Turm von Pisa

DAUSENAU – Der Turm im Dorf ist schiefer als sein berühmtes Pendant in Pisa. Weil er aber nicht zugänglich ist, erhält er keinen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

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Dausenau: Der Schiefe Turm von Dausenau weist mit 5,22 Grad die höchste bekannte Neigung aller ursprünglich vertikal gebauten Türme auf - ist aber nicht zugänglich. (Bild: DPA/Thomas Frey)

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Das Dorf Dausenau an der Lahn bedauert einen verpassten Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Sein Schiefer Turm hat eine Neigung von 5,22 Grad laut dem Verein Historisches Dausenau. Das Guinness-Buch führt jedoch einen Kirchturm im ostfriesischen Suurhusen mit einer leicht geringeren Neigung von 5,19 Grad als Weltrekord bei unabsichtlich geneigten Türmen auf. «Das ist sehr ärgerlich», sagt die Dausenauer Bürgermeisterin Michelle Wittler (SPD). Der Verein Historisches Dausenau erklärt zum Schiefen Turm: «Weil er angeblich eine Ruine darstellt, wurde er nicht in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.»

Tatsächlich ist das markante, gut 16 Meter hohe Bauwerk im 1300-Seelen-Ort Dausenau nicht zugänglich und hat auch eine Deckenplatte ohne jeglichen Durchlass. Laut dem Verein Historisches Dausenau ist der Schiefe Turm von Pisa weniger geneigt als das Exemplar an der Lahn, wirke jedoch schiefer, weil er höher sei.

« Damit er in alle Ewigkeiten stehen bleibt »

Der Schiefe Turm von Dausenau ist Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Sein Standort am Hang teils auf Felsen, teils auf steinigem lehmhaltigen Boden führte früh zu einer leichten Neigung. Diese nahm zu, als daneben die Stadtmauer samt Stützen teils abgebrochen wurde, das Grundwasser mit der Schiffbarmachung der Lahn stieg und vor dem Bau einer Umgehungsstraße mehr Lastwagen vorbeifuhren.

Bürgermeisterin Wittler, eine Irin, hat nach eigener Auskunft erst vor wenigen Tagen das Ergebnis einer geotechnischen Untersuchung bekommen. Demnach müsse der Schiefe Turm stabilisiert werden, «damit er in alle Ewigkeiten stehen bleibt». Das werde wohl eine sechsstellige Summe verschlingen - «eine große Sache für eine kleine Gemeinde».

(L'essentiel/dpa)

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