Saarland

18. September 2020 12:39; Akt: 18.09.2020 14:27 Print

Gericht unterbricht Missbrauchsprozess erneut

SAARBRÜCKEN – Das Landgericht Saarbrücken hat den Missbrauchsprozess gegen einen Psychotherapeuten unterbrochen. Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten soll geprüft werden.

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Das Landgericht Saarbrücken will die Verhandlungsfähigkeit des 74-jährigen Angeklagten prüfen lassen. (Bild: DPA/Oliver Dietze)

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Das Landgericht Saarbrücken hat den Prozess gegen einen Psychotherapeuten wegen sexuellen Kindesmissbrauchs am Freitag erneut unterbrochen. Zwar war der 74-Jährige am Tag zuvor in einer Privatklinik in Bayern verhaftet und zur Verhandlung nach Saarbrücken gebracht worden, sein Verteidiger hielt ihn jedoch für nicht aufnahmefähig. Nun soll ein Arzt entscheiden, ob der Angeklagte verhandlungsfähig ist.

Der Psychologe ist wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt. Er soll sich zwischen 2004 und 2006 bei einer Langzeit-Psychotherapie in seiner Praxis und in seiner Wohnung an einem Jungen vergangen haben, der anfangs sieben Jahre alt war.

Der 74-Jährige hat Haftbeschwerde eingelegt

Der Mann wurde 2012 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nachdem sowohl der Angeklagte als auch die Nebenklage Revision eingelegt hatten, hob der Bundesgerichtshof das Urteil Ende 2012 auf und verwies den Fall an das Gericht in Saarbrücken zurück. Wegen Verhandlungsunfähigkeit des Mannes hatte jahrelang nicht verhandelt werden können.

Laut Vorsitzendem Richter hat der 74-Jährige nun Haftbeschwerde eingelegt und sämtliche Kammermitglieder mit Befangenheitsgesuchen abgelehnt. Der aktuelle Prozess vor der Großen Jugendkammer II soll nun am kommenden Freitag (25.9.) fortgesetzt werden.

(L'essentiel/dpa)

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