Rheinland-Pfalz

28. Oktober 2020 13:33; Akt: 28.10.2020 14:16 Print

Handywecker-​​Klingeln ist kein Täuschungsversuch

KOBLENZ – Die Klausur eines Studenten darf nicht alleine deshalb als mangelhaft gewertet werden, weil dessen Smartphone im Flugmodus trotzdem als Wecker klingelt.

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Der Wecker auf dem Smartphone des Studenten schlug während der Prüfung Alarm. (Bild: Pexels/Symbolfoto)

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Die Klausur eines Studenten, die durch das Klingeln seines Handyweckers gestört wurde, darf nicht allein deswegen mit der Note «nicht ausreichend» bewertet werden. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz in einem Urteil Mitte Oktober entschieden und am Mittwoch mitgeteilt. Ein Täuschungsversuch habe nicht vorgelegen, hieß es in der Begründung. Auch eine Störung des Prüfungsverlaufs rechtfertige nicht die schlechte Note.

In dem vorliegenden Fall klingelte während einer schriftlichen Prüfung der Handywecker des Bachelor-Studenten. Dieses Handy hatte er zuvor in den Flugmodus geschaltet und etwa 40 Meter entfernt von seinem Klausurarbeitsplatz in einer Tasche verstaut. Die Klausuraufsicht wertete den Vorfall als Täuschungsversuch und verwies den Kläger aus dem Prüfungsraum. Seine Klausur wurde mit «nicht ausreichend» bewertet.

Vergessener Wecker

Der Student erklärte, am Vortag der Prüfung einen wichtigen Termin gehabt zu haben. Der Wecker habe ihm als Erinnerungsstütze gedient. Danach habe er vergessen, diesen auszustellen. Außerdem sei er davon ausgegangen, durch das Einschalten des «Flugmodus» auch die Weckfunktion deaktiviert zu haben.

Die einschlägige Prüfungsordnung und die hierzu verfassten Klausurgrundsätze böten keine ausreichende Grundlage, um das Klingeln des Handyweckers als Täuschungsversuch zu werten, so die Koblenzer Richter. Eine Sanktion wegen der Störung des Prüfungsablaufs sei gemessen an den Umständen des Einzelfalls unverhältnismäßig. Einer eventuellen Störung anderer Prüflinge durch das Klingeln hätte durch eine kurze Schreibverlängerung begegnet werden können.

Zudem lägen für ein vorsätzliches Handeln des Klägers keine Anhaltspunkte vor. Gegen die Entscheidung kann die Zulassung der Berufung beantragt werden. Zunächst wurden keine Angaben dazu gemacht, um welche Hochschule und welchen Studiengang es sich in dem Fall handelt.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pablo am 28.10.2020 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Also Menschheet gëtt emmer mei domm mei muss ech dozou net schreiwen. Do as Hopfen a Malz verluer.

  • Verwaltungsgericht Koblenz am 29.10.2020 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zunächst wurden keine Angaben dazu gemacht, um welche Hochschule es sich in dem Fall handelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Verwaltungsgericht Koblenz am 29.10.2020 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zunächst wurden keine Angaben dazu gemacht, um welche Hochschule es sich in dem Fall handelt.

  • Pablo am 28.10.2020 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Also Menschheet gëtt emmer mei domm mei muss ech dozou net schreiwen. Do as Hopfen a Malz verluer.