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All Joer déi Panikmaacherei....
21. November 2018 20:35; Akt: 21.11.2018 20:44 Print

Wer sich im Saarland jetzt noch impfen lassen will, bekommt nichts mehr. (Bild: DPA/kay Nietfeld)
Grippe-Impfstoffe werden in vielen Teilen Deutschlands knapp. «Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft», sagte etwa der Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil. «Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen», erklärte Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes. Auch aus anderen Bundesländern wie Sachsen, Niedersachsen und Hessen werden Lieferverzögerungen oder Engpässe gemeldet.
«Die Patienten haben in diesem Jahr möglicherweise viel früher angefangen, sich impfen zu lassen», sagte Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). «Ob sich auch insgesamt mehr Menschen impfen lassen oder die Impfungen nur früher stattfinden, können wir noch nicht wissen.» Sie hält die große Grippewelle in der vergangenen Saison für einen möglichen Grund für das aktuelle Interesse. Dadurch seien vermutlich mehr Menschen für das Thema sensibilisiert.
Wohlfeil von der Apothekenkammer des Saarlandes zufolge könnte zu einer großen Nachfrage geführt haben, dass die gesetzlichen Kassen erstmals für den Vierfach-Impfstoff gegen Grippe bezahlen. Außerdem seien die Menschen durch eine Impfkampagne auf das Thema aufmerksam gemacht worden.
Andere Experten verweisen auf den nun als Kassenleistung verfügbaren Vierfach-Impfstoff. Er gilt als wirksamer als derjenige mit drei Komponenten. Das Bundesgesundheitsministerium nennt als mögliche Ursachen für den Mangel neben einer höheren Nachfrage eine verspätete Bestellung von Grippe-Impfstoffen durch Ärzte und Apotheker, zu große Vorräte in manchen Arztpraxen und Apotheken sowie Direktverträge zwischen Krankenkassen und Apothekern.
Angesichts der regionalen Engpässe lockerte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Vorschriften für die Beschaffung. Demnach können die Bundesländer bei regionalem Bedarf erlauben, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen und dass aus anderen Ländern der Europäischen Union bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden. Insgesamt sind laut Ministerium in Deutschland 15,7 Millionen Dosen verfügbar. Das seien rund eine Million mehr als im vergangenen Jahr genutzt wurden.
Die Pharmakonzerne können für diese Saison keinen Grippe-Impfstoff mehr herstellen. Es dauere etwa sechs Monate, um einen üblichen Impfstoff auf Hühnereibasis zu produzieren, sagte eine Sprecherin des Herstellers Sanofi. «Zur Zahl der Vorbestellungen packen wir eine gewisse Sicherheitsmarge drauf, aber wir können nicht für 80 Millionen Menschen produzieren.»
Das Robert-Koch Institut rät insbesondere Menschen über 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal zu einer Grippeimpfung. Nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hat die Grippe in der vergangenen Saison in Deutschland rund neun Millionen Arztbesuche ausgelöst und zu fast 2000 Todesfällen geführt.
(L'essentiel/dpa)
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