Saarland und Rheinland-Pfalz

29. Juli 2019 10:35; Akt: 29.07.2019 12:07 Print

Laien sollen ab 2020 Bestattungen übernehmen

TRIER/NEUNKIRCHEN – Es muss nicht immer der Pfarrer sein, der katholische Beerdigungen übernimmt. Bald können es im Bistum Trier auch Ehrenamtliche sein.

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Voraussichtlich Anfang 2020 könnten acht Männer und Frauen erste Beerdigungsdienste übernehmen. (Bild: Symbolbild)

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Es gibt sie in anderen katholischen Bistümern schon – im Bistum Trier aber sind sie neu: ehrenamtliche Laien, die künftig Beerdigungen übernehmen. In einem Pilotprojekt im Dekanat Neunkirchen im Saarland ist ein Team von Pfarrern, hauptamtlichen Laien und Interessierten dabei, eine passende Ausbildung zu erarbeiten.

«Wir sind auf einem guten Weg», sagte Priester Markus Krastl (44) in Neunkirchen-Wiebelskirchen. In einem Werkstattkurs sei Ehrenamtlichen bereits «das Handwerkszeug» vermittelt worden. Nun folge eine Hospitation bei Pfarrern und Gemeindereferenten, wo sie praktische Erfahrungen sammeln könnten.

Einige Katholiken haben Bedenken

Voraussichtlich Anfang 2020 könnten die acht Männer und Frauen erste Beerdigungsdienste übernehmen. Zu den Ehrenamtlichen, die den Kurs vor rund drei Wochen abgeschlossen hätten, gehörten unter anderem eine Erzieherin, ein Postbote und mehrere Rentner – quer aus dem Saarland. «Ich kann für alle, die im Kurs waren, sagen: Wir sind uns ganz sicher, dass sie eine würdevolle Beerdigung machen können.»

Krastl ist sich bewusst, dass es auch Bedenken von Katholiken gibt, die unbedingt eine Beerdigung von einem Pfarrer wollten. «Die Toten zu begraben, ist aber jedem Christen aufgetragen», sagte er. «Wir haben lange als versorgte Kirche gelebt, versorgt von Hauptamtlichen. Aber jetzt kommen wir an einen Punkt, wo wir unseren Glauben aktiv betreiben müssen – und eine sorgende Kirche werden müssen.»

Auch in Luxemburg bereits möglich

Angesichts des Mangels an Priestern werde es künftig auch gar nicht mehr anders gehen. Die Frage sei irgendwann nicht mehr: «Kommt ein Pastor, der mich begräbt?», sondern: «Werde ich noch christlich begraben?» Krastl geht davon aus, dass das Neunkircher Modell von anderen Pfarreien im Bistum übernommen wird.

In etlichen Bistümern in Deutschland leiten bereits Ehrenamtliche kirchliche Beerdigungen, beispielsweise in den Bistümern Essen, Hildesheim und Würzburg sowie im Erzbistum Köln. Auch in Luxemburg gebe es jenen Beerdigungsdienst schon lange, sagte Krastl. Das Bistum Trier zählt knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HUMMEL am 29.07.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die kirche und deren werden faul .......

Die neusten Leser-Kommentare

  • HUMMEL am 29.07.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die kirche und deren werden faul .......