Schiffstour

21. August 2017 06:10; Akt: 22.08.2017 14:59 Print

Maas und Gabriel schippern über die Mosel

PERL - Die SPD-Spitzenpolitiker Sigmar Gabriel und Heiko Maas gingen auf eine Wahlkampf-Schiffstour auf der Mosel. Überschattet wurde das Treffen vom Streit mit der Türkei.

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Heiko Maas und Sigmar Gabriel (beide SPD, r.) unterhalten sich auf einem Ausflugsschiff bei Perl-Nennig (Saarland) mit Parteimitgliedern. (Bild: DPA/Oliver Dietze)

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Der Spitzenkandidat der saarländischen SPD, Bundesjustizminister Heiko Maas, freut sich auf das «Ministerduell» zur Bundestagswahl. Er tritt im Wahlkreis 297 (Saarlouis) gegen Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an. «Wir haben bisher vernünftig zusammengearbeitet in unseren Ämtern der Bundesregierung, im Wahlkampf betonen wir die Unterschiede», sagte Maas der Deutschen Presse-Agentur gestern bei einer «Europapolitischen Schiffstour» in Perl. «Insofern glaube ich, dass dies eine interessante Auseinandersetzung wird.»

Unterstützung in Perl erhielt Maas von Außenminister Sigmar Gabriel. Der hatte bei der Schiffstour über die Mosel aber noch andere Sorgen im Gepäck: Die belasteten Beziehungen mit der Türkei. Gabriel berichtete über persönliche Drohungen gegen seine Familie, die im Zusammenhang mit den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan stünden. «Über die Art und Weise, wie Erdogan das macht, fühlen sich einige offensichtlich motiviert und versuchen, meine Frau zu bedrängen und zu belästigen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Dies sei «ein schlimmes Ergebnis». Zuvor hatte die in Ludwigshafen erscheinende Rheinpfalz über Äußerungen Gabriels zu den Drohungen berichtet.

Gabriel will Demokratie-Bewegung in Türkei unterstützen

Vor einem Monat hatte die Bundesregierung ihren moderaten Kurs gegenüber Erdogan aufgegeben. Gabriel ließ die Reisehinweise verschärfen und warnte deutsche Unternehmen vor Investitionen in der Türkei. «Ich glaube, dass wir auf eine längere Strecke diese neue Politik fortführen müssen und nicht glauben dürfen, in ein paar Wochen ist das erledigt», hatte Gabriel jüngst in einem dpa-Interview gesagt. Der 57-Jährige sprach sich dafür aus, künftig mit denjenigen in der Türkei «eng zusammenzuarbeiten», die nicht auf der Seite Erdogans stehen.

«Wenn die Spitze eines Staates anfängt, derartig gegenüber Personen vorzugehen, gibt es leider Menschen, die meinen, sie hätten das Recht, dann auch noch persönliche Bedrängnisse zu organisieren», sagte Gabriel am Montag der dpa bei der Schiffstour mit Maas. Dies sei leider in seiner Familie passiert.

(L'essentiel/dpa)

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