Rheinland-Pfalz

16. April 2017 13:35; Akt: 16.04.2017 13:36 Print

Mosel-​​​​Winzer entdecken alte Weinsorte wieder

MAINZ - Riesling ist normalerweise weiß, die Trauben sind grün. Eine rote Variante erfreut sich in Hessen wachsender Beliebtheit. Nun soll sie auch nach Rheinland-Pfalz kommen.

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Rote und weiße Trauben der seltenen Sorte «Roter Riesling», fotografiert in einem Weingut in Hessen. (Bild: DPA/Fredrik von Erichsen)

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Die uralte Rebsorte roter Riesling soll ab dem kommenden Jahr auch in Rheinland-Pfalz regulär wachsen können. Ende dieses Jahres sei mit einer Eintragung in die Bundessortenliste zu rechen, erklärte Volker Wissing, Minister auch für Weinbau, im Landwirtschaftsausschuss. Dann könnten Winzer in der nächsten Pflanzzeit, die normalerweise von März bis Mai geht, die Reben in die Weinberge setzen. Rund 50 Weinbaubetriebe mit einer Fläche von etwa 40 Hektar hätten Interesse gezeigt.

Bei rotem Riesling handelt es sich um eine Spielart der beliebten Sorte – nur sind die Trauben nicht wie sonst weiß, sondern rot. Der Wein habe einige Eigenschaften, die weißer Riesling nicht habe, sagte Ernst Rühl, Experte für Rebenzüchtung und Professor an der Hochschule Geisenheim. So setze die Fäulnis der Trauben etwas später ein. «Und er hat ein bisschen mehr Extrakt. Trinker haben mehr das Gefühl, Wein im Mund zu haben.»

In Hessen und Sachsen-Anhalt bereits etabliert

In Hessen und in Sachsen-Anhalt ist der rote Riesling klassifiziert und kann schon jetzt problemlos angebaut werden. Im Nachbarland erfreut er sich steigender Beliebtheit. In Rheinland-Pfalz aber wollte das Ministerium auf die Zulassung durch das Bundessortenamt warten. Einige wenige Winzer haben ihn dennoch bereits an Rhein und Mosel gepflanzt: Sie bauten den roten Riesling in 22 genehmigten Versuchen an. Dann müssten die Flaschen aber den Zusatz «aus Versuchsanbau» auf dem Etikett tragen, erklärte die SPD-Fraktion des Landtags.

Nach Angaben von Rühl gehört der rote Riesling zu den historischen Rebsorten. Schon im Mittelalter sei er in Deutschland angebaut worden und habe damals wahrscheinlich 80 Prozent der Rebfläche ausgemacht. Im 19. Jahrhundert verschwand er von den Weinbergen. 1991 begannen die Züchter, mit ihm zu arbeiten. «Für uns ist der rote Riesling ein schönes Vehikel, um den Menschen zu zeigen, dass genetische Diversität besteht. Es gibt mehr als weißen Riesling», sagte Rühl. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts werden in Deutschland derzeit mehr als 100 Rebsorten angebaut.

Besonders rasant dürfte sich die Anbaufläche des roten Rieslings allerdings nicht entwickeln. Denn die Vermehrung erfolgt vegetativ, das heißt von alten Rebstöcken werden Stecklinge abgeschnitten und in den Boden gesteckt. Da die Zahl aber begrenzt ist und Rebstöcke nicht besonders schnell wachsen, dauert das. «Es war ein Problem, an Reben zu kommen», sagte Winzerin Eva Vollmer. Sie ist eine der wenigen in Rheinland-Pfalz, die schon heute roten Riesling hat

(L'essentiel/dpa)

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