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26. Juni 2019 12:38; Akt: 26.06.2019 12:39 Print

Prozess: Dreijähriger ertrank im Gartenteich

SINZIG/Bad Breisig – Ist die Leiterin einer Kita in Rheinland-Pfalz dafür verantwortlich, dass ein kleiner Junge in einem Gartenteich ertrunken ist?

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Anfang des Jahres hatte es das Amtsgericht Sinzig noch abgelehnt, das Hauptverfahren gegen die Leiterin der Bad Breisiger Kindertagesstätte zu eröffnen. (Bild: DPA/uli Deck)

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Der Fall des nahe einer Kita in Bad Breisig (Kreis Ahrweiler) verunglückten Kleinkindes kommt nun doch vor Gericht. Die 12. große Strafkammer des Landgerichts Koblenz ließ die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegen die Leiterin der Kindertagesstätte zu, wie das Amtsgericht Sinzig mitteilte. Dort wird der Fall nun verhandelt, ein Termin steht noch nicht fest. Zuvor hatte am Mittwoch der SWR darüber berichtet.

Der Kita-Leiterin wird vorgeworfen, mit Fahrlässigkeit den Tod des dreijährigen Jungen verursacht zu haben. Er hatte im Mai 2017 unbemerkt den Turnraum des Kita «Regenbogen» verlassen. Auf einem Nachbargrundstück war der Junge nach Gerichtsangaben in einen Gartenteich gefallen. Er war nach wenigen Minuten ohne Bewusstsein gefunden und wiederbelebt worden, starb später aber im Krankenhaus.

Anfangs bestand kein Tatverdacht

Das Amtsgericht hatte Anfang dieses Jahres zunächst entschieden, dass kein hinreichender Tatverdacht gegen die Kita-Leiterin vorliege. Dagegen legten die Staatsanwaltschaft Koblenz sowie die Eltern als Nebenkläger Beschwerde ein. Die Strafkammer des Landgerichts kam nun zu dem Schluss, dass sehr wohl ein hinreichender Tatverdacht bestehe.

Es sei «prognostisch überwiegend wahrscheinlich», dass der Junge die Kita durch eine nicht hinreichend gesicherte Tür verlassen habe, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Die Angeklagte habe als Kita-Leiterin die Pflicht, entsprechende bauliche Missstände gegenüber dem Träger anzuzeigen und eine Abhilfe zu ermöglichen.

(L'essentiel/dpa)

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