Mord in Wiesbaden

07. Juni 2018 17:15; Akt: 07.06.2018 20:27 Print

Susanna (14) kannte einen der beiden Täter

Ein 14-jähriges Mädchen wurde in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet. Ein Tatverdächtiger sitzt vorübergehend in Haft. Die Polizei fahndet nach dem zweiten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem gewaltsamen Tod der 14-jährigen Susanna aus Mainz werden zwei Männer verdächtigt, sie vergewaltigt und ermordet zu haben. Nach einem 20-jährigen Iraker wird gefahndet, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Er setzte sich vermutlich in den Nordirak ab.

Ein 35-jähriger Türke wurde festgenommen. Am Donnerstag wurde er wieder freigelassen. Der Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn sagte laut Focus Online am Donnerstagabend in Frankfurt, dass nach neuesten Ermittlungserkenntnissen kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 35-Jährigen besteht.

Die Leiche der seit mehr als zwei Wochen vermissten Susanna war am Mittwoch in Wiesbaden gefunden worden. Die DNA-Analyse der in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden-Erbenheim gefundenen Leiche ergab laut Staatsanwaltschaft Wiesbaden «zweifelsfrei», dass es sich um die vermisste Susanna handelt. Sie sei durch «Gewalteinwirkung auf den Hals» getötet worden. Genauere Angaben zur Todesursache machten die Ermittler zunächst nicht. Nach der Obduktion und den bisherigen Ermittlungen müsse von einem Sexual- und Gewaltverbrechen ausgegangen werden, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn.

Hinweis brachte Polizei auf die Spur der Tatverdächtigen

Die beiden Verdächtigen sollen laut den Ermittlungen die 14-Jährige kurz nach ihrem Verschwinden vergewaltigt und getötet haben. Danach sollen sie die Leiche an einer anderen Stelle vergraben haben. Die beiden mutmaßlichen Täter lebten zuletzt in Flüchtlingsunterkünften in Wiesbaden.

Auf die Spur des tatverdächtigen Irakers Ali B. kam die Polizei durch den Hinweis eines 13-jährigen Flüchtlings, der sich am Sonntag bei der Polizei meldete. Der flüchtige 20-Jährige selbst soll ihm von der Tat erzählt haben. Die weiteren Ermittlungen führten schließlich zum 35-jährigen mutmaßlichen Mittäter.

Ist der mutmaßliche Täter jetzt im Irak?

Der 20-jährige B. soll Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus erst nach Istanbul in der Türkei und von dort aus weiter nach Erbil im Nordirak geflogen sein. Die Flugtickets seien dabei auf andere Namen ausgestellt gewesen, sagte Wiesbadens Polizeipräsident Stefan Müller. Ein Abgleich mit den Namen auf ihren Aufenthaltsgenehmigungen habe nicht stattgefunden. Sie hätten zudem Ersatzreisedokumente in arabischer Sprache gehabt.

Von dem verdächtigen Iraker fehlte zunächst jede Spur. Das Amtsgericht Wiesbaden erließ einen Haftbefehl gegen ihn. Der 20-Jährige kam den Ermittlern zufolge im Herbst 2015 nach Deutschland. Er wurde bereits im Mai verdächtigt, ein elfjähriges Mädchen in der Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt zu haben. Der Verdacht ließ sich aber bislang nicht erhärten.

Susanna kannte Bruder des einen Tatverdächtigen

Der 35-jährige mutmaßliche Mittäter wurde am Mittwochabend festgenommen. Er sollte noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Er war im Frühjahr 2017 nach Deutschland gekommen.

Die 14-jährige Susanna soll den Ermittlern zufolge den jüngeren Bruder des tatverdächtigen Irakers gekannt haben. Die Jugendliche war seit dem 22. Mai vermisst worden. Bereits in der vergangenen Woche wurde nach ihr gesucht, jedoch ohne Erfolg.

Nach Zeugenhinweisen wurde die Suche in Wiesbaden-Erbenheim am Montag wieder aufgenommen. Am Mittwoch wurde dann in dem schwer zugänglichen Gelände ihre Leiche gefunden.

(L'essentiel/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 08.06.2018 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zunächst mein aufrichtiges Beileid an die Familie dieses jungen Mädchens! Wir erleben nun leider immer häufiger die dramatischen Folgen einer völlig planlosen und wirren Asylpolitik der EU, insbesondere aber der deutschen Bundeskanzlerin. Jedes Land macht was es will, Grenzkontrollen finden offenbar nicht statt und wer einmal in die EU gelangt ist bleibt eigentlich auch da. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende und es wird endlich EU weit mit einem einheitlichen Konzept gearbeitet?

  • Léon am 07.06.2018 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    Merci Merkel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jos am 08.06.2018 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zunächst mein aufrichtiges Beileid an die Familie dieses jungen Mädchens! Wir erleben nun leider immer häufiger die dramatischen Folgen einer völlig planlosen und wirren Asylpolitik der EU, insbesondere aber der deutschen Bundeskanzlerin. Jedes Land macht was es will, Grenzkontrollen finden offenbar nicht statt und wer einmal in die EU gelangt ist bleibt eigentlich auch da. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende und es wird endlich EU weit mit einem einheitlichen Konzept gearbeitet?

  • Léon am 07.06.2018 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    Merci Merkel.