Grossregionsgipfel

20. Januar 2021 17:22; Akt: 20.01.2021 21:41 Print

Taskforce soll Lösungen für Grenzgänger finden

Die Entscheidungsträger der Großregion haben am Mittwoch den offenen Grenzverkehr zu ihrem Hauptziel erklärt. Außerdem konnte ein Missverständnis aus der Welt geräumt werden.

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Das Saarland hat das Zepter weitergegeben. Ab dem heutigen Mittwoch hat Jean Rottner (LR, Konservativen) die Präsidentschaft des Großregiongipfels inne. Keine einfache Aufgabe für den Präsidenten des Regionalrats von Grand Est, wie schon zuvor der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erfahren musste. Geht es doch nicht mehr nur um die gemeinsame Entwicklung der Großregion, sondern um viel fundamentalere Fragen: Wie kann und muss man in Krisenzeiten zusammenarbeiten, und wie können Probleme in den Grenzregionen vermieden werden, die auf nationalen Entscheidungen fußen?

«Es gab einige Missverständnisse»

«Mit Kollegialität und Offenheit», erklärten Luxemburgs Premier Xavier Bettel (DP) und Tobias Hans beim Abschlussgipfel am Mittwoch. «Offen» – das war zuletzt vor allem Hans, als er die Pandemie-Regeln in Luxemburg als «zu lasch» beziehungsweise «verantwortungslos» bezeichnet hatte. «Darüber haben wir natürlich gesprochen», teilte Großregionsministerin Corinne Cahen (DP) mit: «Es gab einige Missverständnisse, was das Wort «lasch» angeht.» Diese seien nun aber aus dem Weg geräumt.

«Der Gipfel verlief sehr freundschaftlich und positiv. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir untereinander solidarisch sind», erklärte Cahen L'essentiel im Anschluss. Die Coronapandemie habe die Großregion nicht geschwächt, sondern gestärkt: «Zurzeit arbeiten wir an einem Pandemieplan für die Großregion. Ein Projekt, das einzigartig in Europa ist.» Laut Tobias Hans sei die Pandemie «ein wichtiger Katalysator für die Zusammenarbeit». Der Dialog zwischen den Großregionspartnern sei noch nie so groß gewesen wie in den vergangenen zehn Monaten. Das wolle man beibehalten.

«Taskforce Grenzgänger» bleibt bestehen

Die Gipfel-Teilnehmer waren sich vor allem einig, dass das größte gemeinsame Ziel sei, die Grenzen offen halten zu können. «Damit die Regionen nicht erneut unter Grenzschließungen leiden», erklärte Roland Theis (CDU), Europabevollmächtigter des Saarlandes.

Damit Landesgrenzen auch über die Frage der Mobilität hinaus keine Probleme darstellen, bleibt laut Theis die «Taskforce Grenzgänger» bestehen. So wolle man künftig vermeiden, dass Grenzgänger wegen der unterschiedlichen Regeln doppelt betroffen sind – nicht nur bei Corona-Maßnahmen, sondern auch im Arbeits- und Sozialrecht. Langfristig seien einheitliche Regeln für alle Partner die angestrebte Lösung.

Seit 1995 kommen beim Großregiongipfel die Regierungschefs aus Belgien, Luxemburg, der Region Grand Est, dem Saarland, und Rheinland-Pfalz zusammen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit voranzutreiben. Die Präsidentschaft wechselt alle zwei Jahre. Luxemburg hatte zuletzt beim 16. Gipfel (2017-2018) den Vorsitz inne.

(mei/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Octopus am 20.01.2021 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Cahen As dat doten alles, als Gewielten Volleksvertriederin breng dir net mei wei dei Info do:«Es gab einige Missverständnisse, was das Wort «lasch» angeht.» Diese seien nun aber aus dem Weg geräumt. Ech gin mech net domad zeFridden an well wessen Wat as geschwaat gin wei waren Standpunkten, Ech berufe mech ob mei Recht vun Informatioun. Well entschellegt huet den Hans sech jo wuel net.

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  • edsi6 am 15.02.2021 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tobias Hans an Madame Hänsel bassen gut bei en ne Quargen gënnen déi zwee duerwir hunn déi esou gleich mat hielten num. Alle zwee aus der krecht lecher Partei. Denkt drun Wahlen kommen, an et soll en zu Lëtzebuerg kaffen nett méi zu Tréier an Saarbrécken et muss en déi och kahl stellen

  • jimbo am 20.01.2021 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firwat net emol Grenzuwwerschreidend deiselwecht Moossnamen aféieren??? An engem Land de Coiffer zou, an deenen aneren och de Couffer zou. Datselwecht vir dei aner Geschäfter dann. Dann geif een eppes ereeschen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • edsi6 am 15.02.2021 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tobias Hans an Madame Hänsel bassen gut bei en ne Quargen gënnen déi zwee duerwir hunn déi esou gleich mat hielten num. Alle zwee aus der krecht lecher Partei. Denkt drun Wahlen kommen, an et soll en zu Lëtzebuerg kaffen nett méi zu Tréier an Saarbrécken et muss en déi och kahl stellen

  • Deutscher Michel am 21.01.2021 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb fahren französische Grenzgänger ganz kostenlos im Bus zu Arbeit, während der deutsche Michel immer noch die Differenz bis zur luxemburger Grenze berappen muss. Hier müsste dieses Kaffeekränzchen namens Grossregiongipfel schon mal tätig werden!

  • Jos am 20.01.2021 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieses immer gleiche Gerede über Grenzschliessungen. Das trifft doch nur die Falschen. Ganz konsequent müsste dann z. B. Deutschland keine LKWs mehr ins Land lassen, keine Flüge landen lassen usw. Und das bitte ...wie lange? Dann sind die Regale im Edeka nach 2 Tagen leer, die Fabriken haben nicht mehr genug Nachschub usw. also: Schwachsinn. Europa ist zu eng verflochten. Wie wäre es mit intelligenten Lösungen: enge Abstimmung mit anderen Ländern (nicht nur Grossländer mit Vorgaben von oben), Schnelltests von Reisenden, LKW Fahrern, und... und....und... Impfen...endlich mal....

  • OS-Confid am 20.01.2021 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    zumindest in Wormeldange stand heute die dt. Police. Vielleicht ja nicht wg. Corona

  • Aarbechtsdeier am 20.01.2021 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Damit die Regionen nicht erneut unter Grenzschliessungen leiden müssen!!!!!! Man fragt sich was soll der Scheiss wo Mutti Merkel und Vati Soeder heute wider Grenzschliessungen angedroht haben wenn die Nachbarstaaten nicht dieselben Bestimmungen beschließen wie die BRD. Ich kann da nur dazu sagen na Mutti und Vati macht mal vergesst aber nicht die Beamten mit den Maschinen- Pistolen oder Gewehren dahin zu stellen Und ja Mutti und Vati viel Knete geht wieder dann mal verloren. Zu dem möchte gerne Ministerpräsidenten Hans bitte nehmt nach Berlin zum Türen öffnen und schliessen denn zu mehr taugt der nicht.