Prozess

03. September 2021 17:19; Akt: 03.09.2021 17:28 Print

Trierer Amokfahrer wartete grinsend auf die Festnahme

TRIER – Bei seiner Festnahme soll der mutmaßliche Amokfahrer von Trier ungewöhnlich ruhig gewesen sein. Ein Polizist spricht von einem «genugtuenden Grinsen».

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Polizisten sind in der Fußgängerzone in Trier im Einsatz, in der ein Autofahrer am 1. Dezember 2020 fünf Menschen getötet und zahlreiche weitere Passanten verletzt hat. (Bild: DPA/Harald Tittel)

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Nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier hat der mutmaßliche Täter mehreren Polizisten zufolge ruhig und gelassen hinter seinem Auto auf die Polizei gewartet. «Es war ein Gesichtsausdruck, als ob man seine Sache erledigt hat. So ein genugtuendes Grinsen», sagte ein 29 Jahre alter Polizist am Freitag im Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer vor dem Landgericht Trier. Er erinnere sich bis heute sehr gut daran.

«Stoisch» habe der Mann an seinem Auto gelehnt und eine Zigarette geraucht, sagte Carsten Wagner, der als einer der ersten Polizisten das Tatauto erreicht hatte. «Ich hatte den Eindruck, er schaut mir in die Augen.» Bei der Festnahme habe der Angeklagte keinen Widerstand geleistet. Die Beamten hatten ihn bäuchlings am Boden festgesetzt. Dabei habe dieser gesagt: «Ihr tut mir weh», sagte Wagner. Der Angeklagte hatte den SUV nahe der Porta Nigra an einer Straßenseite geparkt.

Bildstrecke: Trier trauert um die Opfer der Amokfahrt

Es waren die ersten Zeugenaussagen im Prozess gegen den 51-Jährigen, dem die Anklage fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen vorwirft. Der Deutsche soll am 1. Dezember 2020 mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast sein, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen. Dabei sei er in einem Zickzackkurs wahllos und gezielt auf Passanten zugefahren. Bei der Tat wurden fünf Menschen getötet. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und Traumatisierte.

«Es sah fürchterlich aus.»

Die Polizeibeamten sagten, das Tatauto sei an der Front stark beschädigt gewesen. Sie hätten dort Haut- und Haarreste, eine Handtasche und andere Habseligkeiten gesehen. «Es sah fürchterlich aus.» Andere berichteten von Dellen und von einer zersplitterten Scheibe.

Der mutmaßliche Täter habe bei der Festnahme klar auf Fragen der Polizisten geantwortet, zum Beispiel nach Waffen oder einem Ausweis, sagte Wagner. Seinem Eindruck nach habe er nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden. Der Mann habe «teilnahmslos, völlig unbeeindruckt» gewirkt, sagten andere. «Es war surreal.» Es habe «stutzig» gemacht, wie gelassen er am Auto gestanden habe.

Im Auto habe viel Müll gelegen, aber auch zahlreiche Pakete und Kartons. Da man nicht gewusst habe, ob darin möglicherweise Sprengstoff enthalten sei, habe man Experten gerufen und die Stelle weiträumig abgesperrt, sagten die Polizisten. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Später stellte sich heraus, dass der Mann alleinstehend, arbeitslos und ohne festen Wohnsitz war.

Angeklagter schweigt immer noch

Der Angeklagte hatte beim Prozessauftakt am 19. August gesagt, er wolle keine Aussage machen – weder zur Person noch zur Sache. «Aus Sicht der Opfer ist das eine sehr schwierige Situation, denn Opfer möchten das Warum wissen», sagte der Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek, am Rande des Prozesses in Trier.

Es sei sehr belastend für die Opfer, wenn sie bis zur Urteilsverkündung warten müssten, wenn das Gericht die Motivlage nach der Zeugenvernehmung darstelle. «Das zieht sich über die ganze Situation.» Er appellierte an den Angeklagten, sich zu der Frage doch noch einzulassen.

Der Prozess gegen den Deutschen ist bis Ende Januar 2022 terminiert. Der nächste Termin ist am 21. September. Mehr als ein Dutzend Nebenkläger sind in dem Verfahren über Anwälte vertreten. Trier stand nach der Amokfahrt tagelang unter Schock.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 03.09.2021 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manchmal gibt es einfach keinen Grund für eine solch schreckliche Tat. Wegsperren für immer.

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  • bil am 03.09.2021 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperren und dann irgendwann wieder rauskommen und dann wird er diese grausame und unnötige Tat wiederholen Todesstrafe, für das was er diesen Menschen angetan hat

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  • vauban am 03.09.2021 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug mit mutmaßlichen!! Wir wissen dass es ist der Täter ! Also genug mit dieser Précaution! Ein Mörder ist ein Mörder ! Punkt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • À leon am 04.09.2021 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emmer dei Fro nom Fierwaat. Meeschtens wier déi richteg Aentwert Well ech et konnt machen.

  • bil am 03.09.2021 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperren und dann irgendwann wieder rauskommen und dann wird er diese grausame und unnötige Tat wiederholen Todesstrafe, für das was er diesen Menschen angetan hat

    • kaabes am 06.09.2021 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinn!!Die Todesstrafe hat in einem Rechtstaat nichts zu suchen und hält auch Amokläufer nicht davon ab solche Taten zu begehen!!

    • KIKI am 06.09.2021 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      RICHTIG;

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  • Miridiotenvunletzebuerg am 03.09.2021 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht deen e Kapp mi kleng

  • vauban am 03.09.2021 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug mit mutmaßlichen!! Wir wissen dass es ist der Täter ! Also genug mit dieser Précaution! Ein Mörder ist ein Mörder ! Punkt!

  • lucia am 03.09.2021 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doudesstroof an fort mat deem Dreck

    • @lucia am 06.09.2021 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Ech si frouh datt dir net un der Muecht sidd!!

    • kiki am 06.09.2021 11:52 Report Diesen Beitrag melden

      Waat heinsto fir e kabes behapt get.

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