Im Saarland

04. September 2020 16:45; Akt: 04.09.2020 16:49 Print

U-​​Häftling stirbt an Medikamenten-​​Überdosis

SAARBRÜCKEN – Ein 56-Jähriger wurde am 6. Juli beim Aufschließen tot in seiner Einzelzelle gefunden. Zu Lebzeiten habe es keine Hinweise auf eine Suizidgefahr gegeben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Tod eines Untersuchungshäftlings in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken vor rund zwei Monaten geht auf eine Überdosis von Medikamenten zurück. Das habe ein toxikologisches Gutachten «eindeutig festgestellt», teilte der Sprecher des saarländischen Justizministerium am Freitag in Saarbrücken mit. Unklar sei, ob es sich um eine «bewusste oder unbewusste Überdosierung» durch den Betroffenen gehandelt habe. Dies lasse sich nicht mehr rekonstruieren.

Der 56-Jährige wurde am 6. Juli beim Aufschließen tot in seiner Einzelzelle gefunden. Zu Lebzeiten habe es keine Hinweise auf eine Suizidgefahr gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit. Auch nach dessen Tod seien keine Hinweise für einen Selbstmord wie zum Beispiel ein Abschiedsbrief gefunden worden.

Laut Gutachten wurden bei dem Toten Wirkstoffe von vier Medikamenten festgestellt. Zwei davon seien ärztlich verordnet gewesen, zwei nicht, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Wirkstoffe seien «in übertherapeutischer, toxischer und einmal hochtoxischer Konzentration» nachgewiesen worden. Um welche Medikamente es sich handele, werde aus Schutz der Privatsphäre nicht gesagt.

Hauptverdächtiger in Ermittlungsverfahren

Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise darauf, dass der Betroffene Medikamente gesammelt hatte. Nach dem Tod des Mannes sei in dessen Haftraum ein kleiner Vorrat gefunden worden. Es gebe keine Hinweise darauf, dass dem Mann Medikamente gegen seinen Willen verabreicht wurden.

Der Mann war Hauptverdächtiger in einem Ermittlungsverfahren gegen eine mutmaßliche Bande von Internet-Betrügern. Dabei geht es um gewerbsmäßigen Bandenbetrug im Zusammenhang mit verschiedenen Online-Trading-Plattformen, über die Anleger um viel Geld gebracht worden sein sollen.

Die Anzahl der Geschädigten und die Höhe des Schadens lassen sich laut Staatsanwaltschaft nicht abschließend feststellen. Auf drei der Plattformen verteilt konnten bislang 271 Geschädigten ein Schaden von insgesamt rund 15,8 Millionen Euro zugeordnet werden. Auf drei dieser Plattformen seien allein rund 124 000 deutsche Nutzer registriert gewesen. Die Ermittlungen dauerten an.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.