Belgien

24. September 2018 16:27; Akt: 26.09.2018 11:52 Print

Verzweifelter Bauer hängt Schwein an den Galgen

VIRTON – Nachbarland Belgien greift wegen der Afrikanischen Schweinepest zu radikalen Maßnahmen. Ein wütender Schweinezüchter setzt daraufhin eine makabere Protestaktion.

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Das Foto wurde am Montag in der Nähe der Gemeinde Virton aufgenommen. (Bild: Anne-Françoise Nahant)

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Wegen der grassierenden Afrikanischen Schweinepest müssen im Süden von Belgien mehr als 4000 Schweine notgeschlachtet werden. Die Schweinezüchter im Nachbarland bringt diese Anordnung in Rage. Als Zeichen des Protestes greift ein Landwirt nun zu einem drastischen Mittel: Er hat ein totes Schwein an eine Traktorschaufel gehängt, um Passanten auf die Probleme in der Schweinezucht aufmerksam zu machen.

«Sie finden das schockierend? Stellen Sie sich vor, wir haben dieses Schwein in die Welt gesetzt, aufgezogen... und jetzt haben wir es unnötigerweise getötet. Wie die 6000 anderen (es sind voraussichtlich 4000, Anm.), die geschlachtet werden sollen, obwohl sie gar nicht krank sind! Wir Bauern sind in Rage! Vielen Dank an die politischen Verantwortlichen, dass sie unsere Leben, unsere Leidenschaft und unsere Träume zerstört haben», steht auf einem Transparent neben dem aufgehängten Schwein.

Radikale Reaktion

«Mein Sohn hat das Foto zwischen Gomery und Bleid aufgenommen», erklärt Anne-Françoise Nahant, eine Belgierin aus Mussy-la-Ville, die in Luxemburg arbeitet. «Mein Sohn war gerade dabei, in die Schule zu fahren und erblickte plötzlich das aufgehängte Schwein. Ich fand das zunächst schockierend, ich hätte das Foto normalerweise nie geteilt. Dann habe ich mich in den Schweinezüchter hineinversetzt. Ich habe so eine Szene noch nie gesehen, aber durch diese drastische Vorgehensweise versteht man die Wut dieser Leute vielleicht besser.»

Der Bauernhof befindet sich in der Gemeinde Virton, also inmitten jener Sperrzone, die die Behörden kürzlich als Infektionsgebiet für die Afrikanische Schweinepest ausgewiesen haben. Das betroffene Gebiet von rund 63.000 Hektar in der belgischen Region Luxemburg wurde nicht nur für die Jagd gesperrt, auch die Waldwege dürften nicht mehr betreten werden. Nun ordnete die Politik an, 6000 Hausschweine in 58 Betrieben zu töten, um das Virus einzudämmen.

«Alle Schweine in der Sperrzone zu töten halte ich für eine sehr radikale Vorgehensweise», sagt Anne-Françoise. «Ich verstehe es nicht. Warum gibt es keine andere Lösung, um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen, die etwa zehn Wildschweine getötet hat? Die jüngst getroffenen Maßnahmen sind sehr restriktiv. Ich liebe es, im Wald zu fotografieren. Durch das Verbot wird es in den kommenden Monaten sehr kompliziert. Einige sagen sogar, dass die Sperrung zwei Jahre dauern könnte.... Ich finde das lächerlich.»

(fl/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tweety am 24.09.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe der sogenannte Fortschritt....... Arme Schweine kann man nur sagen,und alle den betroffenen Landwirten viel Kraft und gute Nerven. Eine Frage aber ...wie kommt dieser sogenannte Virus nach Europa? Könnte es etwa sein......? aber nicht doch ,wie kann man nur an so etwas denken ....Obwohl?

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  • Lilly am 24.09.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dass einfach allerhand dat elo all Bauer duerch esou eppes mat geschiedegt get. Menschheet ass voll am Oofsaacken.

  • Poldi am 25.09.2018 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Toll und die W-schweine bleiben bei der Absperrung stehen und drehenum.Der Mensch ist an dem schuld er bringt dies alles rein

Die neusten Leser-Kommentare

  • Poldi am 25.09.2018 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Toll und die W-schweine bleiben bei der Absperrung stehen und drehenum.Der Mensch ist an dem schuld er bringt dies alles rein

  • Lilly am 24.09.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dass einfach allerhand dat elo all Bauer duerch esou eppes mat geschiedegt get. Menschheet ass voll am Oofsaacken.

  • Tweety am 24.09.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe der sogenannte Fortschritt....... Arme Schweine kann man nur sagen,und alle den betroffenen Landwirten viel Kraft und gute Nerven. Eine Frage aber ...wie kommt dieser sogenannte Virus nach Europa? Könnte es etwa sein......? aber nicht doch ,wie kann man nur an so etwas denken ....Obwohl?

    • Dusninja am 24.09.2018 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Wie kam der Urzeitmensch (aus Afrika) nach Europa? Aber nicht doch? Mit ein bisschen Bildung und Aufmerksamkeit für das Tagesgeschehen hätte ein Tweety die Diskussion verfolgen können, dass die ganzen Massnahmen (zB Zaun in Dänemark) eventuell nichts bringen, weil die Verbreitung eventuell (auch) durch (Tier)transporte erfolgt. Deswegen auch die Sperrung der Waldgebiete für alle und nicht nur für Wildschweine. Kommentare auf diesem Niveau sollte man auf Fakenewsbook posten. Oder aber das nächste mal informieren und nicht nur an "sowas" denken.

    • Hase am 24.09.2018 18:53 Report Diesen Beitrag melden

      kam der Virus vieleicht mit der Arche Noa nach Europa?

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