Polizei warnt

06. August 2018 06:55; Akt: 06.08.2018 12:12 Print

Warum Sie lieber nicht in der Mosel schwimmen sollten

TRIER – So idyllisch sich die Mosel auch unter strahlendem Sonnenschein durchs Tal schlängelt: Die Gefahren eines Fließgewässers sind nicht zu unterschätzen.

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Bei aktuell vorherrschenden Temperaturen würde man am liebsten gleich reinspringen! Doch die Mosel ist alles andere als harmlos und nicht als Badeort zu empfehlen!

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Die Polizei Rheinland-Pfalz war in den vergangenen Tagen bei Badeunfällen rund um die Mosel gleich mehrfach eingespannt. Ein 19-jähriger Schwimmer konnte in Trier leider nur noch tot geborgen werden, ein Jugendlicher musste aus dem Fluss gerettet werden und ein 17-Jähriger ist bei Zeltingen-Rachtig ertrunken.

Für Klaus Schniering von der Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz kommt der Anstieg solcher Fälle nicht überraschend: «Aufgrund der hohen Temperaturen über einen längeren Zeitraum zieht es die Menschen natürlich ans Wasser. Dort suchen sie Erholung, Erfrischung und Abkühlung. Statistische Zahlen der DLRG zeigen, dass in Sommern mit hohen Temperaturen, die auch noch länger andauern, mehr Menschen ertrinken.» In einem verregneten Sommer wie letztes Jahr ging die Zahl der Ertrinkungstoten beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel zurück. In diesem Jahr hat die Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz bereits 17 Todesfälle zu beklagen, Tendenz steigend.

Zahlreiche Gefahrenquellen

Die Gründe dafür sind neben der anhaltenden Hitzewelle vielfältig. Klaus Schniering nennt das Fehlen von Rettungsschwimmern an vielen Badestellen, eine zunehmende Zahl von Nichtschwimmern, die Schließung vieler Schwimmbäder und der Ausfall von Schwimmunterricht an Schulen. Auch gehen Schwimmer bei den hohen Temperaturen oft überhitzt ins deutlich kühlere Wasser. Gerade bei älteren Menschen kann es in solchen Fällen schnell zu Todesfällen kommen.

Auch wenn das Baden in der Mosel grundsätzlich nicht verboten ist, warnt die Polizei ausdrücklich vor den Gefahren. Regelmäßig unterschätzt werden die Strömungsverhältnisse in Fließgewässern. Egal wie friedlich und ruhig der Fluss erscheinen mag, besitzt auch die Mosel eine so hohe Strömungsgeschwindigkeit, dass selbst ein geübter Schwimmer nicht gegen diese ankommen kann. Verstärkt wird dieser Effekt von Wasserbauwerken wie Brücken. Zudem entstehen an solchen Stellen oft unsichtbare Wirbel, Strudel und sogenannte Neerströme, also zur Fließrichtung gegenläufige Strömungen. Hinzu kommt, dass die Mosel mit Abwasser belastet ist.

Im Notfall: Ruhe bewahren!

Auch die Schifffahrt ist eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Ein Schiffsführer hat aufgrund eines großen toten Winkels von bis zu 350 Metern oft keine Möglichkeit den Bereich vor seinem Schiffsbug einzusehen. Darüberhinaus verfügen Schiffe über keine klassischen Bremsen. Die Polizei empfiehlt, grundsätzlich nur an überwachten Flussabschnitten zu baden und dabei immer in Ufernähe zu bleiben. Die Fahrrinne sollte man um jeden Preis meiden. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Alkohol, Drogen und Medikamente absolut tabu sein sollten. Kinder sollten nur unter Beaufsichtigung im Wasser spielen. Schwimmhilfen stellen in einem Fließgewässer zudem keinen wirksamen Schutz vor dem Ertrinken dar.

Sollte man sich dennoch mal in einer Notlage befinden, ist es wichtig Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln. Befindet man sich in einem Fluss, sollte man niemals versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen, sondern sich stattdessen treiben lassen, um ein nahegelegenes Ufer zu erreichen. Generell sollte man Personen am Ufer durch lautes Zurufen oder Winken auf die eigene Gefahrensituation aufmerksam machen.

(dm/L'essentiel)

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