Saarland

04. Dezember 2018 12:23; Akt: 04.12.2018 12:24 Print

Was wünschen sich die Kinder vom Nikolaus?

ST. NIKOLAUS – Im Nikolauspostamt im Saarland stapeln sich die Briefe. Tausende Kinder haben ihre Wunschzettel vorgelegt. Manche wenden sich aber auch mit Sorgen an den Nikolaus.

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Das Nikolaus-Postamt im Saarland gibt es bereits seit mehr als 50 Jahren. (Bild: DPA/Oliver Dietze)

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Bei Kinderwünschen bleibt der Nikolaus nicht von der weltweiten Digitalisierung verschont. Ganz viele Kinder wünschten sich in ihren Briefen an das Nikolauspostamt im saarländischen St. Nikolaus Handys, Tablet-Computer oder Laptops, sagte Sabine Gerecke, Leiterin der Kinderbriefaktion, der Deutschen Presse-Agentur. Kinder ab zehn Jahren würden oft auch genau das Modell aufschreiben, das sie gerne hätten. Kleinere dagegen formulierten sinngemäß oft: «Egal welches, Hauptsache ich habe mal eines.»

Um die 7000 Briefe aus aller Welt seien bereits eingegangen, berichtetet Gerecke. Alle Post wird persönlich vom 35-köpfigen Helferteam beantwortet. Beim Antworten arbeite der Nikolaus aber nicht digital: Es gebe keine E-Mail. «Der Nikolaus ist noch sehr altmodisch», sagte Gerecke. Er freue sich selbst über jeden Brief im Briefkasten. «Das hat ein anderes Flair, als wenn ein E-Mail-Fach aufblinkt.» Das Postamt öffnet am (morgigen) Mittwoch, dem 5. Dezember: Dann werden die Antworten verschickt.

«Endlich mal wider Schnee»

Auch andere Anliegen gebe es: Ein Mädchen habe sich einen Papagei gewünscht. «Einen echten Papagei, der sprechen kann und er muss sein orange, gelb und blau», erzählte Gerecke. Häufig hätten die Kinder auch gerne «endlich mal wieder Schnee – bis zum Bauchnabel». Um die 21.000 Briefe werden bis Heiligabend in St. Nikolaus erwartet.

Aber auch traurige Briefe erreichten den Nikolaus, sagte Gerecke. Manche Kinder schrieben, dass Familienmitglieder erkrankt oder gestorben seien. Oder dass sie in der Schule gemobbt würden. «Da wünschen sie sich, dass es aufhört.» Aber auch von Erwachsenen bekomme der Nikolaus sorgenvolle Post: etwa von Eltern mit Geldsorgen, die ihren Kindern die Weihnachtswünsche nicht erfüllen könnten. Diese «Kummerbriefe» – rund 250 Stück im Jahr – würden immer handschriftlich «nach guter Überlegung» beantwortet.

Post aus Taiwan und China

Die allermeisten Kinder schreiben dem Nikolaus aus allen Teilen Deutschlands. Die meiste Post aus dem Ausland stamme in diesem Jahr wieder aus Asien: Taiwan und China stehen ganz vorn. Anfangs habe es so ausgesehen, dass russische Briefeschreiber die Nase vorne hätten. «Jetzt hat Asien überholt», sagte Gerecke. 2017 hatte es einen Rekord gegeben: Der Nikolaus antwortete auf 22.583 Schreiben aus 44 Ländern.

In dem 840 Einwohner kleinen Ort werden seit mehr als 50 Jahren Wünsche, Bilder und Gedichte beantwortet. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland. Das nahe der französischen Grenze gelegene St. Nikolaus ist laut Organisatoren der einzige Ort in Deutschland mit diesem Namen.

(L'essentiel/dpa)

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