Nach Frost-Rückkehr

21. April 2017 17:49; Akt: 21.04.2017 18:51 Print

Wein an der Mosel teils «kastrophal» beschädigt

MOSEL - Braun und welk hängen die jungen Weinblätter an vielen Reben. Der Spätfrost hat sie absterben lassen - und damit die Winzer in Rheinland-Pfalz hart getroffen.

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Die Winzer sind nicht erfreut über die Wetterlage. (Bild: DPA/Thomas Frey)

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Der Frost der vergangenen Nächte hat die Winzer in den rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten zum Teil massiv getroffen. «Von keinen Schäden bis zu einem Ausfall von 100 Prozent ist alles dabei», sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut am Freitag in Bodenheim. «Es ist ein extrem heterogenes Bild.» Auch sei es außergewöhnlich, dass Reben in so vielen verschiedenen Anbaugebieten betroffen seien.

Temperaturen mit mehreren Grad Minus seien für einen April nichts Ungewöhnliches, aber durch die sehr warmen Wochen zuvor seien die Rebstöcke zwei Wochen früher dran als sonst und hätten schon ausgetrieben. «Das war das Fatale», sagte Büscher. Weitere kalte Nächte könnten bis zu den Eisheiligen im Mai folgen.

«Alles schwarz»

Das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium sprach von «erheblichen Frostschäden». In manchen Lagen an der Mosel ist die Lage «katastrophal», wie Rolf Haxel, Präsident des Weinbauverbands Mosel sagte. Vor allem die Burgundersorten hätten gelitten, weil diese früher ausgetrieben hätten, sagte Haxel. «Wenn sie da in die Weinberge gehen, ist auf einmal alles schwarz.»

Die Pfalz sei angesichts des Temperaturverlaufs mit Werten von minus vier und minus fünf Grad «mit zwei blauen Augen davongekommen», sagte Jürgen Oberhofer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße. «Die ganz große Katastrophe ist es nicht», ergänzte Oberhofer, der Leiter der Weinbauabteilung beim DLR ist. Im Jahr 2011 seien die Schäden seiner Einschätzung nach größer gewesen.

Geringere Ernte erwartet

Wie groß die Einbußen bei der Ernte am Ende sind, kann laut den Experten noch nicht beziffert werden. Möglicherweise bilden die Rebstöcke nun Seitentriebe - dazu sei genug Zeit da. «Ob die Früchte tragen oder nicht, wissen wir aber nicht.» Büscher sagt: «Es wird in diesem Jahr auf jeden Fall weniger Wein geben als erhofft.»

Etliche Winzer hatten versucht, mit Hilfe von Windrädern oder Helikoptern die Luft zu verwirbeln, um die kalten Luftschichten mit wärmeren zu vermischen. «Bei minus sieben Grad geht das aber nicht mehr», sagte Büscher. Andere Winzer setzten auf sogenannte Frostschutzfackeln. Diese könnten aber nur auf kleinen Flächen verwendet werden, weil pro Hektar Hunderte Fackeln benötigt würden, ergänzte Büscher.

(L’essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elbling marque nationale Gotteszorn am 21.04.2017 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bis jetzt war die Plörre ja nur «kastrophal» schlecht !!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elbling marque nationale Gotteszorn am 21.04.2017 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bis jetzt war die Plörre ja nur «kastrophal» schlecht !!