Schaden in Millionenhöhe

08. Juli 2015 17:10; Akt: 08.07.2015 17:10 Print

Weinort wird von Sturm komplett verwüstet

FRAMERSHEIM - Das beschauliche Weindörfchen Framersheim wurde am Dienstag von einem Unwetter heimgesucht - der Schaden ist enorm.

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Alles geht sehr schnell. Erst setzt heftiger Regen ein, dann Hagel, schließlich ein heftiger Sturm. Bürgermeister Ulrich Armbrüster ist gerade im Rathaus von Framersheim, als er am Dienstagabend das Unwetter aufziehen sieht. «Da waren wir plötzlich eingehüllt wie in einer Nebelwand», berichtet er am Tag danach. Nur wenige Minuten später gleichen Teile des beschaulichen Weinortes im Kreis Alzey-Worms in der Großregion einem Trümmerfeld. Ganz besonders trifft es einen Gebäudekomplex mitten im Ortskern. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar, es sieht aus wie nach einer Explosion.

Erst später wird klar, dass Framersheim mit seinen rund 1600 Einwohnern trotz aller Schäden noch Glück im Unglück hatte. Zwar sind rund 100 Gebäude in Mitleidenschaft gezogen - manche nur leicht, manche sehr stark, doch wie durch ein kleines Wunder wird niemand bei dem Sturm verletzt. Es habe nur «ein paar Kratzer» gegeben, sagt Armbrüster. Und die zogen sich die Menschen bei den Aufräumarbeiten danach zu - viele packen mit an und helfen, wo sie können.

Zu Hause verloren

Dennoch: Sechs Menschen haben ihr Zuhause verloren. Einer von ihnen ist Helmut Loleit, der einigermaßen ruhig und gefasst den Schreckensmoment schildert, als die Scheune zusammenbrach und sich ins Wohnhaus bohrte. «Der Bauschutt ist wie ein Schafott gerade reingegangen», erzählt der 58-Jährige. «Wenn da jemand an der Spüle gestanden hätte, wäre er erschlagen worden.» Zum Zeitpunkt des Sturmes waren seine Frau, sein Sohn und er selbst zu Hause. Loleit und Familie haben eine Pension in einem Nachbarort von Framersheim bezogen. Den Schaden an seinem Gebäude allein schätzt er auf 250 000 bis 300 000 Euro.

Am Mittwochvormittag schwebt ein Polizeihubschrauber über dem Ort, um die Schäden von oben zu dokumentieren. Immer noch liegen viele Äste und Trümmer herum, Zäune sind umgekippt. An vielen Dächern hat der Sturm - der Deutsche Wetterdienst schließt einen Tornado nicht aus - sichtbare Spuren hinterlassen. Vom Sportheim wurde ein riesiger Dachbalken abgerissen und nach Schätzung eines Anwohners rund 60 Meter durch die Luft gewirbelt, bevor er dessen Auto zerstörte.

Viele Fahrzeuge von Dachdeckerfirmen sind in dem Ort unterwegs, die Schadenssumme dürfte insgesamt bei mehreren Millionen Euro liegen. «Jetzt geht es los mit den Aufräumarbeiten», sagt Bürgermeister Armbrüster.

(dpa/L'essentiel)

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